Archiv für den Monat: Oktober 2010

Kleine Blogentschlackung

Heute haben sich ein paar Leute “beschwert”, dass die Kommentare unterhalb eines Blogeintrages nicht erscheinen würden. Das lag dann wohl an WP Super Cache, das ich wieder aktiviert habe um zu testen, ob damit alles ein wenig schneller läuft.

Für Besucher ohne Kommentarcookie wird dabei der HTML-Code direkt von Festplatte gelesen und WordPress (ich bin es übrigens nicht, der das P hier großschreibt, komisch) komplett umgangen, denn der PHP-Code ist riesig und will auch erst einmal geladen werden, bevor überhaupt eine Seite generiert werden kann. Im HTML-Code steht dann ganz unten übrigens etwas wie:

< !-- Dynamic page generated in 0.645 seconds. -- >
< !-- Cached page generated by WP-Super-Cache on 2010-10-26 22:54:08 -- >
< !-- Compression = gzip -- >

Naja, jedenfalls habe ich jetzt ein paar Optionen geändert und hoffe es funktioniert dadurch besser (Kommentare werden wieder angezeigt, etc). Desweiteren habe ich noch ein paar Stylesheets zusammenkopiert und reduziert und einige Plugins rausgeworfen, die ich momentan nicht benötige.

Außerdem habe ich Google Analytics auf die asynchrone Version umgestellt, meine Bilder auf eine Subdomain ausgelagert um ein CDN zu simulieren und vor einer Woche schon mal das Facebookdingens rechts unten ebenfalls auf asynchrones Laden umgestellt.

Mal sehen was es bringt. Die seltsame “Gedenkpause” bevor die Seitenleiste dargestellt wird ist auf jeden Fall schon mal weg ;-)

Nachtrag:
Jetzt weiß ich warum die Kommentare mit dem Cache Plugin verrückt spielten. Nach einem Kommentar wird die resultierende, neue Artikelseite zwar wirklich gecached, aber wenn man “Comment paging” aktiviert hat, dann ist das nicht wirklich die Artikelseite sondern die gleiche URL mit “comment-page-1″ angehängt. Dort kommt man eigentlich NIE direkt hin (Seite 1 ist immer der Artikel selbst, also was soll das?) und somit klappte es auch nicht. Ich habe dieses Feature jetzt ausgestellt … mit dem Nachteil, dass bei einigen Artikeln eine ziemlich lange Liste an Kommentaren zu sehen ist, aber auf jeden Fall wird jetzt die richtige Seite im Cache erneuert ;-)

Mac App Store, ob das was wird?

Man darf gespannt sein, denn mit Apple hat eine Firma, der ich es zutraue so etwas tatsächlich – erfolgreich – zu schaffen, einen App Store für normale PC Software angekündigt. Natürlich Mac PC Software. Es soll wohl das erfolgreiche Vorbild von iPhone/iPod/iPad in die Welt der Erwachsenen bringen ;-)

Üblicher 70/30 Split und für Indie-Programmierer sicher ein Segen. Es gibt genug Macs auf diesem Planeten und genug Macianer, die für Software tatsächlich kleine Summen ausgeben. Eine Chance für kleine Firmen und Individuen sozusagen … ganz wie beim iOS Appstore eben (siehe Link #1 und #2 zu der unglaublichen Geschichte von Trainyard, einem genialen Puzzlespiel).

Was steht dem im Weg? Regeln! Viele Regeln! Keine Ahnung, ob unter NDA oder nicht, man braucht zumindest ein Passwort um sie zu Gesicht zu bekommen. Deshalb ein paar kleine Auszüge …

  • Apps that crash will be rejected
  • Apps that exhibit bugs will be rejected
  • Apps that do not perform as advertised by the developer will be rejected
  • Apps that include undocumented or hidden features inconsistent with the description of the app will be rejected
  • Apps that use non-public APIs will be rejected
  • Apps that are “beta”, “demo”, “trial”, or “test” versions will be rejected
  • Apps that duplicate apps already in the App Store may be rejected, particularly if there are many of them
  • Apps that are not very useful or do not provide any lasting entertainment value may be rejected
  • Apps that are primarily marketing materials or advertisements will be rejected
  • Apps that are intended to provide trick or fake functionality that are not clearly marked as such will be rejected

Oops, war doch eine 1:1 Kopie der ersten 10 Gründe für eine Ablehnung. So ungefähr geht das dann noch weitere 20 Punkte weiter. Interessant z.B. “Apps that require license keys or implement their own copy protection will be rejected” oder auch “Apps that use deprecated or optionally installed technologies (e.g., Java, Rosetta) will be rejected”.

Es folgen viele weitere Punkte und hier picke ich jetzt wirklich nur mal die interessantesten raus:

  • All app icons should be similar, so as to not to cause confusion
  • Apps that use location-based APIs for automatic or autonomous control of vehicles, aircraft, or other devices will be rejected
  • Apple and our customers place a high value on simple, refined, creative, well thought through interfaces. They take more work but are worth it. Apple sets a high bar. If your user interface is complex or less than very good it may be rejected
  • Apps containing “rental” content or services that expire after a limited time will be rejected
  • In general, the more expensive your app, the more thoroughly we will review it
  • Applications that scrape any information from Apple sites (for example from apple.com, iTunes Store, App Store, iTunes Connect, Apple Developer Programs, etc) or create rankings using content from Apple sites and services will be rejected
  • Apps that rapidly drain a products battery or generate excessive heat will be rejected (eh ja, also nichts rechenintesives bitte)
  • Professional political satirists and humorists are exempt from the ban on offensive or mean-spirited commentary (OMG!!!)
  • “Enemies” within the context of a game cannot solely target a specific race, culture, a real government or corporation, or any other real entity
  • Apps that include games of Russian roulette will be rejected (nochmal OMG!)
  • Apps that require users to share personal information, such as email address and date of birth, in order to function will be rejected (also nichts mit Logins wie z.B. einem Mailprogramm? Ach ne, die sind ja schon durch die andere Regel – nichts nachbilden was es von Apple schon gibt – abgedeckt)
  • Apps that contain user generated content that is frequently pornographic (ex “Chat Roulette” apps) will be rejected
  • Apps that enable illegal file sharing will be rejected (alles was mit Dateien und dem Senden selbiger zu tun hat?)

Sehr ausführliches Regelwerk mit mehr DON’Ts als DOs. Mein Tipp ist, dass es dafür eher simplere Software für einen kleinen Preis wie auch bei iOS zu sehen geben wird. Keine Ahnung, ob man als Softwareunternehmen so viel Gängelung in Kauf nehmen will nur um eventuell mehr Software zu verkaufen, weil es für die Plattform ja immerhin auch andere Möglichkeiten des Vertriebes gibt. Auch ist es fraglich, ob sich bei einem 70/30 Split das Anbieten hochpreisiger Software überhaupt lohnt.

Was meint ihr? Kann ein App Store auf offener PC Hardware funktionieren? Linux hat ja schon immer so ein Modell, wenn auch ohne Bezahlfunktion. Auf dem Mac wäre Apples Version auch nicht die erste und seit es Steam gibt, weiß man ja, dass es auch für große Programme funktionieren kann (wenn auch arg überteuert, was wohl auch an der Gewinnverteilung – auch 70/30, weiß das jemand? – liegen kann, wenn der Publisher dort nicht weniger Kohle am Ende raushaben will als im Einzelhandel).

Etwas kopflastig

Barcamp München “Linkdump”

Weil ich es schon die ganze Zeit vor mir herschiebe und nicht fertig bringe daraus einen Artikel zu formulieren, hier einfach die Kurzform – mein Bericht zum Barcamp München (was Barcamps sind wisst ihr ja, oder?).

Mittlerweile sind wir keine Neulinge mehr und ich kann behaupten, dass auf Barcamps immer die gleichen Leute und die gleichen Themen anzutreffen sind, zumindest was den harten Kern betrifft. Das ist eigentlich ganz lustig, aber dieses Mal war es wirklich schwer passende Sessions zu finden. Natürlich – wie immer – wegen der zahlreichen Überschneidungen und weil ich mich nicht teilen kann und eben auch, wegen der Wiederholungsgefahr, aber deswegen muss man ja nicht den Kopf hängen lassen ;-)

An welchen Sessions habe ich teilgenommen? Am ersten Tag (9. Oktober):

Zweiter Tag:

Das war’s auch schon und der Bericht ist doch länger geworden als gedacht. Serviceplan (Warnung: die haben Musik auf ihrer Homepage *dislike*) hat tolle Büroräume und eine super Kantine. Respekt. In der Feedbacksession am Ende wurde auch wenig gemeckert, alle waren glücklich.


Die Party in der Niederlassung war wie immer süffig und interessant. Tatsächlich ist deren Schokokuchen sehr sehr lecker und die Foursquare Tipps lügen in der Beziehung nicht ;-)

Barcamp München war mein erstes Barcamp und dieses Barcamp war sicher auch nicht mein letztes. Ich wünschte mir nur mehr harte Themen … irgendwie ist immer alles auf Anfänger getrimmt oder geht über Marketing und SEO. Damit wird die Welt nicht gerettet Leute! Deshalb geht’s auch am 9. November auf zum Google Developer Day 2010 … bin gespannt.

P.S.: Einige Sessions wurden auch teilweise gefilmt und sind bei der Isarrunde zu finden. Thx @praetorius.

“Offenes” Android gegen “integriertes” iOS

Da hat Steve Jobs aber gestern was losgelassen (Youtubelink zu seinem Rant). “Wir sind besser nenana” oder so ähnlich. Es ging um Konkurrenten wie z.B. RIM, aber hauptsächlich Android und warum es nicht “open”, sondern “fragmented” sei und iOS besser ist, weil “integrated”.

Andy Rubin – Android Erfinder/Gründer – schreibt dazu:

the definition of open: “mkdir android ; cd android ; repo init -u git://android.git.kernel.org/platform/manifest.git ; repo sync ; make”

Womit er natürlich recht hat. Steve Jobs bezeichnete nämlich u.a. auch Windows als “open” … WTF?! Aber das blöde an obigem Statement? Android ist so offen, dass viele Mobilfunkanbieter und Hersteller das Telefon anpassen und verunstalten wie blöde. Das Ergebnis:

  • Überall andere Nutzeroberflächen
  • Verschiedene Appstores
  • Vorinstallierte Anwendungen, die keiner braucht analog zu Windows Komplettsystemen :(
  • Unendlich viele Kombinationen von Geräten und OS-Versionen (siehe Tweetdeck Betatest Analyse)
  • Verzögerte oder gar keine Updates (eben wegen dem starken Grad der Anpassung und weil das bei jedem Update erneut eingepflegt werden müsste)

Ich möchte jetzt nicht behaupten, dass offen schlecht sei. Aber das Ergebnis ist mehr als unbefriedigend. So gab es im Webkitbrowser von Android nämlich eine Sicherheitlücke. Da der Browser nicht getrennt aktualisierbar ist müssen viele auf ein Update von Android selbst (in Version 2.2 ist es behoben) warten. Werden viele Handys einfach nicht oder erst sehr viel später bekommen, was einfach bescheuert ist.

Die meisten Android Mobiltelefone sehen mir einfach wie die üblichen Fire & Forget Geräte aus. Man bekommt vom Hersteller genau null Informationen und auch keine weiteren Updates mehr. So wie bei Nokia früher (und vermutlich auch jetzt) … mit den Bugs muss man halt leben :/

So … mein Rant ist jetzt auch zu Ende. Ich mag Android, eben weil es offen ist. Aber ich habe mein iPhone noch lieber, weil es einfach funktioniert … egal was es alles nicht kann oder unterbindet.

P.S.: Wer sein iPhone auch offen haben möchte, der möge einfach einen Jailbreak vornehmen und weil wir schon dabei sind muss ich fairerweise auch sagen, dass es für viele Androidphones auch Custom ROMs gibt mit denen man trotzdem eine aktuelle Version nutzen kann, auch wenn der Hesteller/Mobilfunkprovider zu faul ist. Wer suchet, der findet … es gibt ja sogar Android ROMs für Windows Mobile Geräte und sogar iPhones ;-)