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Der Wert einer Appstore Freigabe

Das iPhoneblog fragt nach dem Wert einer Freigabe im App Store (Apple). Eine Antwort aus den Kommentaren:

Im AppStore drin zu sein ist so wie wenn Deine Freundin ein Supermodel ist. Freu Dich über jeden Tag, den ihr miteinander verbringen könnt, und wenn sie irgendwann die Tür nicht mehr aufmacht freu Dich über die Zeit die Du mit ihr verbringen konntest.

Genial! Aber genau so ist es bei Apple (leider) und anderen geschlossenen Systemen nun einmal. Supermodel-Dating ;-)

Die Mehrwertsteuer und der Android Market

Etwas über das ich mir vorher noch keine Gedanken gemacht habe, aber jetzt schon sind die Steuern für Einnahmen aus App Verkäufen … z.B. im Android Market. Klar, man zahlt Steuern wie auf jede Einnahmequelle, aber was ist mit der Mehrwertsteuer? So ganz klar ist das irgendwie nicht und Google Checkout wälzt die ganze Verantwortung dafür auf den Verkäufer ab ;-)

Deshalb hier ein Versuch der Erklärung. Ich hoffe man korrigiert mich, wenn ich falsch liege.

Ist man Kleinunternehmer und darf noch keine Mehrwertsteuer auf Rechnungen schreiben, so muss man diese auch nicht im Android Market angeben. Sind die Jahreseinnahmen höher und man wird umsatzsteuerpflichtig, dann muss man sie angeben, aber als Verkäufer in der EU, nur für EU-Kunden. Google Checkout bietet genau diese Option aber seltsamerweise auch die Möglichkeit die Steuern in der EU pro Land festzulegen. Gibt es da noch irgendeine Sonderregel, die ich übersehen habe?

Ein bisschen seltsam ist dann auch noch, dass bei Apps generell der Preis ohne Mehrwertsteuer anzugeben ist, d.h. die wird erst beim Kauf draufgeschlagen. Steht im Market also 99 Cent, dann kostet sie beim Kauf 1,18 Euro und manche Kunden könnten sich verarscht fühlen … denn wie schon gesagt, manchmal gibt es keine Mehrwertsteuer (Nicht-EU-Verkäufer oder Kleinunternehmer) und manchmal schon.

Das Ende vom Lied ist übrigens, dass von einer in der EU angebotenen App, für die ein EU-Bürger nicht mehr als 99 Cent bezahlen soll, nicht viel übrig bleiben wird. Nach Abzug der Mehrwertsteuer sind das 83 Cent (das ist der Preis den man bei Google als Verkaufspreis angeben muss). Google nimmt sich 30% davon, also bleiben noch 58 Cent und die muss man dann ja auch noch normal versteuern. Bei einer App, die einen Endkunden nicht mehr als 1,99 Euro kosten soll bleiben am Ende nur 1,17 Euro übrig.

Wie ist das eigentlich beim iOS App Store? Die Endkundenpreise sind dort ja fest. Wird die Mehrwertsteuer dort je nach Land von Apple eingetrieben? Ist die in den 30% schon enthalten, die Apple nimmt? Was ist dort mit Verkäufern, die keine Mehrwertsteuer angeben müssen bzw. dürfen? Auf den Rechnungen von Apple/iTunes steht jedenfalls nie die Mehrwertsteuer dabei.

Kompliziert :/

Mac App Store, ob das was wird?

Man darf gespannt sein, denn mit Apple hat eine Firma, der ich es zutraue so etwas tatsächlich – erfolgreich – zu schaffen, einen App Store für normale PC Software angekündigt. Natürlich Mac PC Software. Es soll wohl das erfolgreiche Vorbild von iPhone/iPod/iPad in die Welt der Erwachsenen bringen ;-)

Üblicher 70/30 Split und für Indie-Programmierer sicher ein Segen. Es gibt genug Macs auf diesem Planeten und genug Macianer, die für Software tatsächlich kleine Summen ausgeben. Eine Chance für kleine Firmen und Individuen sozusagen … ganz wie beim iOS Appstore eben (siehe Link #1 und #2 zu der unglaublichen Geschichte von Trainyard, einem genialen Puzzlespiel).

Was steht dem im Weg? Regeln! Viele Regeln! Keine Ahnung, ob unter NDA oder nicht, man braucht zumindest ein Passwort um sie zu Gesicht zu bekommen. Deshalb ein paar kleine Auszüge …

  • Apps that crash will be rejected
  • Apps that exhibit bugs will be rejected
  • Apps that do not perform as advertised by the developer will be rejected
  • Apps that include undocumented or hidden features inconsistent with the description of the app will be rejected
  • Apps that use non-public APIs will be rejected
  • Apps that are “beta”, “demo”, “trial”, or “test” versions will be rejected
  • Apps that duplicate apps already in the App Store may be rejected, particularly if there are many of them
  • Apps that are not very useful or do not provide any lasting entertainment value may be rejected
  • Apps that are primarily marketing materials or advertisements will be rejected
  • Apps that are intended to provide trick or fake functionality that are not clearly marked as such will be rejected

Oops, war doch eine 1:1 Kopie der ersten 10 Gründe für eine Ablehnung. So ungefähr geht das dann noch weitere 20 Punkte weiter. Interessant z.B. “Apps that require license keys or implement their own copy protection will be rejected” oder auch “Apps that use deprecated or optionally installed technologies (e.g., Java, Rosetta) will be rejected”.

Es folgen viele weitere Punkte und hier picke ich jetzt wirklich nur mal die interessantesten raus:

  • All app icons should be similar, so as to not to cause confusion
  • Apps that use location-based APIs for automatic or autonomous control of vehicles, aircraft, or other devices will be rejected
  • Apple and our customers place a high value on simple, refined, creative, well thought through interfaces. They take more work but are worth it. Apple sets a high bar. If your user interface is complex or less than very good it may be rejected
  • Apps containing “rental” content or services that expire after a limited time will be rejected
  • In general, the more expensive your app, the more thoroughly we will review it
  • Applications that scrape any information from Apple sites (for example from apple.com, iTunes Store, App Store, iTunes Connect, Apple Developer Programs, etc) or create rankings using content from Apple sites and services will be rejected
  • Apps that rapidly drain a products battery or generate excessive heat will be rejected (eh ja, also nichts rechenintesives bitte)
  • Professional political satirists and humorists are exempt from the ban on offensive or mean-spirited commentary (OMG!!!)
  • “Enemies” within the context of a game cannot solely target a specific race, culture, a real government or corporation, or any other real entity
  • Apps that include games of Russian roulette will be rejected (nochmal OMG!)
  • Apps that require users to share personal information, such as email address and date of birth, in order to function will be rejected (also nichts mit Logins wie z.B. einem Mailprogramm? Ach ne, die sind ja schon durch die andere Regel – nichts nachbilden was es von Apple schon gibt – abgedeckt)
  • Apps that contain user generated content that is frequently pornographic (ex “Chat Roulette” apps) will be rejected
  • Apps that enable illegal file sharing will be rejected (alles was mit Dateien und dem Senden selbiger zu tun hat?)

Sehr ausführliches Regelwerk mit mehr DON’Ts als DOs. Mein Tipp ist, dass es dafür eher simplere Software für einen kleinen Preis wie auch bei iOS zu sehen geben wird. Keine Ahnung, ob man als Softwareunternehmen so viel Gängelung in Kauf nehmen will nur um eventuell mehr Software zu verkaufen, weil es für die Plattform ja immerhin auch andere Möglichkeiten des Vertriebes gibt. Auch ist es fraglich, ob sich bei einem 70/30 Split das Anbieten hochpreisiger Software überhaupt lohnt.

Was meint ihr? Kann ein App Store auf offener PC Hardware funktionieren? Linux hat ja schon immer so ein Modell, wenn auch ohne Bezahlfunktion. Auf dem Mac wäre Apples Version auch nicht die erste und seit es Steam gibt, weiß man ja, dass es auch für große Programme funktionieren kann (wenn auch arg überteuert, was wohl auch an der Gewinnverteilung – auch 70/30, weiß das jemand? – liegen kann, wenn der Publisher dort nicht weniger Kohle am Ende raushaben will als im Einzelhandel).

Neues iTunes mit App Store … hui

Pünktlich zum iPhone 2.0 Update (wohl die nächsten Tage irgendwann) gibt es jetzt auch schon eine neue iTunes Version mit funktionierendem App Store. Nett was man da so alles findet. Viele Programme kennt man schon aus dem Installer (“Hackers App Store”) und viele dieser Programme sehen in ihrer offiziellen Version deutlich besser aus bzw. haben mehr Features.

Ob das allerdings den hohen Preis von teilweise über 5 Euro rechtfertigt? Hatte eigentlich erwartet, dass die Mehrzahl der doch recht simplen Programme für nen Euro zu bekommen wären. 6 Millionen potentielle Kunden wäre auch bei dem Preis ein netter Gewinn, aber 6 Euro für z.B. Sketches mit dem man “nur” eine Notiz per Handschrift speichern kann? Oder 16 Euro für eine Todoliste? Oder ein Flashlight für 79 Cent? Hmm … man sollte vielleicht doch mal selbst eine simple Anwendung basteln und in deren Developer Programm aufgenommen werden. Aber ob man da nicht untergeht? Ich find schon jetzt irgendwie nix …

Auffällig: sowohl MySpace als auch Facebook, Twitter und Pownce haben kostenlose Anwendungen im App Store, wo bleibt StudiVZ? Ach ja richtig, die haben ja keine APIs und sind überhaupt so was von gestern :(

Von Six Apart gibt es ein TypePad Programm mit dem man entsprechende Blogs aktualisieren kann. Warum hat eigentlich noch niemand einen gescheiten Blogclient (Unterstützung für die verschiedenen APIs diverser Blogsysteme) für das iPhone gebastelt? Oder kann das dieses Programm vielleicht sogar?