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In eigener Sache Web 2.0

Kann man eigentlich „cloudfrei“ leben?

Wir werden totalüberwacht! Das ist Fakt und liegt auch daran, dass sich kaum jemand über Verschlüsselung Gedanken macht (meinen öffentlichen PGP Schlüssel findet ihr auf der Kontaktseite) und fröhlich Dienste von verschiedenen Webseiten nutzt.

Bei vielen Diensten kann man nichts dagegen unternehmen, denn wenn ich bei Amazon einkaufen möchte, dann muss ich mit deren Webseite interagieren. Möchte ich Google Dienste wie App Engine nutzen oder einen anderen Hosting Dienst ist das ebenso der Fall. In diesem Fall kann ich allerdings auf dem Server alles verschlüsselt ablegen (sofern er nur als Speicher verwendet wird, wenn er die Daten verarbeiten soll, geht das natürlich nicht komplett).

Kommen wir langsam zum Punkt. E-Mails, Instant Messaging, Telefongespräche, Terminplan, Datenspeicher … kann man das sicher – also verschlüsselt – und ohne „Cloud“ benutzen?

  • Email: hier gibt es Ende-zu-Ende Verschlüsselung schon seit Anbeginn der Zeit. PGP/OpenPGP/GnuPG machen es möglich. Der Aufwand ist recht niedrig, aber trotzdem benutzt es keiner wirklich. Deshalb wäre zumindest die Ablage der Mails auf dem eigenen Server in einen verschlüsselten Container (pro Nutzer!) sinnvoll. Web Emaildienste sollten tabu sein.
  • Instant Messaging: Whatsapp & Co haben diverse Lücken. Als Alternativen bieten sich z.B. Threema (meine ID dort: B327U2MZ) oder Whistle.im an. Beide noch nicht so ausgereift wie die etablierten Messenger, aber dafür wird die Kommunikation verschlüsselt!
  • Telefon: das ist eine schwierige Sache … GSM ist ja eigentlich schon verschlüsselt, aber natürlich kann das auch abgehört werden. Eine Ende-zu-Ende Verschlüsselung ist da mit normalen Smartphones relativ schwer möglich, aber es gibt ja noch VoIP. RedPhone sieht nach einer interessanten App aus, das zu ermöglichen … oder man verwendet eine erfundene Codesprache? ;-)
  • Terminplan, Todolisten, etc könnten gut mit einer Software namens Owncloud funktionieren. Lokal oder bei einem Hoster installiert kann man damit ziemliche viele Clouddienste nachbilden und so der allgemeinen Totalüberwachung entkommen.
  • Daten: ebenfalls Owncloud, eigener Server, verschlüsselte Uploads, etc

Es wäre also möglich die Kommunikation mit seinen Mitmenschen komplett abhörsicher ablaufen zu lassen und ich bin mir sicher, dass die wirklich bösen Buben schon schlau genug sind ebenfalls abhörsicher zu kommunizieren. Die Überwachung trifft also nur Dumme und verletzt Grundrechte … und auch wenn es kein guter Vergleich ist, es ist ein wenig wie bei DRM: die bösen Raubkopierer kriegen davon nicht mit und der ehrliche Kunde hat nur Probleme damit und Einschränkungen ohne Ende.

Und wie seht ihr das? Kommunikation egal genug, dass sie komplett für spätere Ermittlungen aufgezeichnet werden darf (Stichwort: ich hab ja nichts zu verbergen … *würg*)? Oder doch vielleicht versuchen Freunde zu überzeugen ein wenig mehr darauf zu achten?

P.S.: Ausnahmen bestätigen die Regel oder so … bevor mir jemand damit kommt, dass ich hier blogge und auf Facebook, Instagram, Twitter, Google+ und in diversen Foren und Mailingslisten quasi-öffentlich schreibe und Bilder hochlade … ja, das ist aber gewollt so! Mag sein, dass man so auch ein Profil von einer Person erstellen kann, aber es fehlt ein ganz entscheidender Teil und über dessen Verteilung/Nutzung – wie man nun spätestens seit Snowden weiß – hat man keine Kontrolle mehr … außer Abschalten und die Kommunikation komplett einzustellen oder eben Verschlüsselung. Verstanden?

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Kurioses

Haustürschlüssel -> Cloud -> 3D-Drucker

Cloud Schlüssel

So gesehen auf golem.de. Man darf jetzt doch ein wenig paranoid sein, oder? Oder wer würde ernsthaft seinen Haustürschlüssel „in der Cloud“ ablegen damit er dann 3D-gedruckt wird?

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Tech

Google I/O und Neuigkeiten an der Front (Update)

Zur Zeit tagt Google mal wieder auf ihrer hauseigenen Entwicklerkonferenz Google I/O. Gestern ging’s los und wurde eine ganze Menge angekündigt. Dies soll eine kleine Zusammenfassung für mich und jeden den es interessiert sein.

App Engine for Business

Google kündigte ein neues Bezahlmodell, SSL für Domains, SLAs, etc an, was App Engine ihrer Meinung nach noch geeigneter für Unternehmen machen soll. Und Überraschung: sogar normale SQL Datenbanken soll es irgendwann mal geben.

Google Web Toolkit

Nicht neu, aber verbessert: GWT ist eine Möglichkeit mit Java sauber Webanwendungen zu schreiben, die auch in „the cloud“ laufen. Das Toolkit gibt HTML 5 Code aus und wird von Google u.a. für Gmail & Co verwendet. Version 2.1 und dessen Integration mit App Engine und Millionen von Einträgen wurde auf der Bühne vorgestellt. Besonders die Synchronisation zwischen Clients scheint interessant (gezeigt wurde eine Eintragung auf einem Android Handy, die sofort auf einem iPad sichtbar war).

The WebM Project

Videos sind aus dem Web nicht mehr wegzudenken und in HTML 5 (überhaupt ein großes Thema auf der Konferenz) gibt es ja nun die Möglichkeit Videos wie Bilder mit einem Tag einzubinden statt einen Flashplayer benutzen zu müssen. Einige Browserhersteller setzen hier auf das offene Theora, die meisten unterstützen aber H.264. Der Codec hat allerdings einen Haken, er wird in Zukunft nicht mehr kostenfrei nutzbar sein (ab 2016, glaube ich).

Also hat sich Google eine Firma und damit den Codec VP8 gekauft (haha, V=we P8=paid *g*) und auf Patentfreiheit geprüft. Sie sagen da wären keine Patente und haben der Codec zu Open Source gemacht. Ogg Vorbis wird für Audio benutzt und Matroska als Containerformat.

Alle bis auf Apple und Microsoft stehen hinter dem Projekt … also mal guggen wie das wird. Steve Jobs hat ja schon angedeutet, dass es keine patentfreien Videocodec gibt. Und auseinander genommen wurde VP8 auch schon und für nicht sooo super befunden, u.a. hängt es bereits von seinen eigenen Bugs ab :/

Chrome Web Store

Was Apple für Apps auf Smartphones gemacht hat möchte Google gerne für Webapps machen. Ein eigener Shop wo man kostenlose und kostenpflichtige Webseiten suchen und finden kann. Alle Anwendungen sollen HTML5 benutzen und in jedem modernen Internetbrowser laufen (sorry IE8, schon wieder abgehängt von den anderen). Man darf gespannt sein wie sie das bewerkstelligen und irgendwie hofft gerade wohl jeder, dass es tatsächlich Websurfer gibt, die für eine gute Webapp tatsächlich 99 Cent oder mehr zahlen würden, wenn das nur einfach genug funktioniert (think Apple Appstore).

Adsense für Ajax und Suchergebnisse

Damit ist es nun endlich erlaubt Adsense Werbung auf eigenen Suchergebnisseiten zu schalten. Und wer eine Webseite betreibt, die Inhalte nur nachlädt kann in Zukunft in dem Fall auch den Inhalt der Werbung nachladen/ändern.

Google Storage for Developers

… ist ein Dienst ähnlich Amazons S3 mit vergleichbaren Preisen. Damit kann man seinen Content in der Welt (bzw. bei Google momentan wohl nur in den USA) verteilen. In dem Zusammenhang vielleicht auch interessant: Amazon S3 Reduced Redundancy Storage. Etwas schlechtere Verfügbarkeit und dafür billiger. Wobei schlechter wohl relativ ist … die Daten werden nur noch 400-fach repliziert und nur noch 99,99% Verfügbarkeit (also 1 Stunde Ausfall pro Jahr) ;-)

Neue APIs

  • Google Font API: ein paar freie Webfonts
  • aufgebohrte Feed API: hauptsächlich Echtzeitaktualisierung der Feeds mit PubSubHubbub
  • Google Maps API auf v3 umgestellt: v3 ist nun die offizielle API für Google Maps
  • Buzz API: Buzz komplett per API benutzbar, d.h. jetzt könnte es theoretisch auch richtige Buzz Clients wie bei Twitter geben.

Hab ich was vergessen? Die heutigen Neuigkeiten auf die gestern schon angespielt wurde, werde ich wohl nicht zeitig mitbekommen. Denn später fängt bei uns in Erlangen die Bergkirchweih an und da ist hier keiner mehr empfänglich für irgendwelche Tech News :D

P.S.: Google Wave ist jetzt für alle ohne Einladung benutzbar.

Update:
Zweiter Google I/O Tag und der Vollständigkeit halber trage ich hier nach was noch angekündigt wurde.

Google TV und Android 2.2 mit einigen neuen Features wie Flash und schnellerer Runtime (Javacode Ausführung). Alles schneller, toller, bunter. Vielleicht schafft es Google mit Android ja tatsächlich am iPhone vorbei und macht nicht die gleichen Fehler wie Microsoft mit Windows Mobile (es ist irgendwie spaßig, wie die jetzt versuchen das ganze zu reparieren, aber das soll Thema eines anderen Artikels sein). Fragmentierung und fehlende Updates … sieht man ja schon jetzt ein bisschen.