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Web 2.0

Timeline hier, Timeline da … Semantik überall!

Ein paar von euch haben ihr Profil vielleicht schon auf die Timeline umgestellt, ab 30. September haben das dann scheinbar eh alle. Darüber und über den veränderten Newsfeed samt Ticker (viel zu hektisch) wird viel genörgelt und gefeiert. Facebook hat sich neu erfunden, etc blabla.

Stimmt auch teilweise. Die neuen Profile gefallen mir sehr gut. Man kann dort sehr viel altes wieder neu entdecken. Bei sich selber und auch bei anderen. Jetzt macht es dann wohl Sinn seine „Freunde“ in Listen zu unterteilen, die nicht ganz so viele Rechte auf das eigene Profil haben. Oder möchte man seine „Lebensstory“ so detailliert mit Kollegen/Chefs/Familie teilen? Früher war man relativ sicher, dass sich niemand die Zeit nimmt durch die eigene Pinnwand komplett durchzuscrollen. Mit „Timeline“ ist es relativ einfach geworden ;-)

Alles schön und gut, was aber wirklich neu ist, sind die Neuerungen Semantik betreffend. Neben „like“ gibt es jetzt noch alles mögliche andere wie reading, cooking, listening, etc. Man weiß dann fortan besser was genau wir auf verschiedenen Webseiten bzw. in Facebook Apps so anstellen, sofern wir es zu teilen bereit sind. Das hat erstmal keinen größeren Nutzen als ein besseres Verständnis zwischen uns und den Maschinen, aber Facebooks Open Graph ist ja grundsätzlich relativ offen. Wenn Webseiten und Dienste das also wie bisher tatsächlich so weiter verwenden und ausbauen, dann könnten auch andere Dienste (oder von Facebook selbst who knows) entstehen, die besser verstehen was auf einer Seite geschrieben steht und vor allem was man damit anstellen kann und dadurch einen wie auch immer gearteten Mehrwert bieten.

Sehr interessant, aber hoffentlich ist uns Skynet dann wohlgesonnen und kocht nur Rezepte nach oder hört sich unsere Lieblingslieder an, statt Menschen zu grillen weil immer nur Suffbilder ins Web stellen ;-)

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Meckerecke Nur mal so

5 Gründe warum mir der „Gefällt mir“ Button von Facebook nicht gefällt

Vor ein paar Tagen habe ich auf dem Blog den „Gefällt mir“ Button von Facebook eingebaut und es gibt so ein paar Punkte bei denen ich sagen muss: es gefällt mir nicht.

  1. Facebook kann damit Surfprofile anlegen
    Da dieser Button nun auf sehr vielen Webseiten eingebaut ist und im Wesentlichen nur ein Iframe (HTML-Element) mit einer Facebook-Webseite ist, kann Facebook jetzt sehen wo sich welcher User aufhält. Denn nicht nur das Event „Webseite gefällt User“ ist interessant, sondern auch schon, dass man überhaupt dort war.

    Jetzt mag man vielleicht denken, dass Google über Dienste wie Analytics und Adsense bzw. jeder beliebtere Statistikdienst oder auch die Anbieter der Retweetbuttons und von Onlinewerbung ähnliche Informationen bekommen, aber das stimmt nur bedingt. Bei Facebook lässt sich die Surfstatistik direkt mit den Accounts verknüpfen und das macht das ganze etwas unheimlich.

  2. Fanseiten werden komplett entwertet
    Fanseiten waren früher Facebookseiten auf denen sich die Fans von einem Produkt oder einer Webseite versammelt haben. Der Hauptverwendungszweck – zumindest für mich – war anderen zu zeigen, dass es einem gefällt. Schön und gut, die jetzige Terminologie entspricht ja genau diesem Umstand, allerdings gefallen jetzt den Besuchern auch einzelne Artikel (so verwenden es zumindest die meisten Webseiten). Damit fällt das Blog in den Hintergrund und einige könnte es sogar dermaßen nerven, dass sie einfach mal alle Vorkommnisse der Webseite in ihrem Profil löschen (das können nämlich ganz schön viele Links werden, die einem da gefallen).
  3. Es gibt keine Statistiken über die anfallenden Daten
    Mir ist kein Weg bekannt eine gescheite Übersicht über alles was gefällt zu bekommen. Zwar legt Facebook für jeden Klick den ich mache eine Fanseite (bzw. das was früher dem entsprach) in meinem Profil an, aber ich möchte nicht in jedem Artikel einmal den Button anklicken müssen nur um dann eine unübersichtliche Seitenflut vor mir zu haben, die ich noch nicht mal sortieren kann.

    Korrigiert mich wenn ich falsch liege, aber die Box rechts (neueste Aktivitäten) zeigt mir nur Aktionen von Personen an mit denen ich befreundet bin. Das Beispiel bei Facebook selbst scheint aber noch mehr anzeigen zu können. Und dann gibt’s da noch diese „Recommendations Box“:

    Das zeigt aber nicht die beliebten Artikel an, sondern welche Artikel wie oft auf Facebook geteilt wurden, d.h. auf Facebook gepostet wurden (danke btw, ich hätte nicht gedacht, dass das so viele machen). Und auch das lässt sich nicht sortieren.

    Wieso stellt Facebook den Seiten, die das verwenden also keine detaillierten Statistiken zur Verfügung? Datenschutzgründe? Wohl kaum … sie selber sammeln mit nahezu hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit auch Besuche von ihren Benutzern (siehe Punkt 1) … also was soll’s?

  4. Das Web wird Facebook und Facebook alles andere als „Open“
    Momentan scheint mir das Ganze eher eine Werbemöglichkeit für Webseiten zu sein. Wenn jemandem ein Artikel gefällt erscheint das auf dessen Pinnwand und bringt vielleicht mehr interessierte Leute auf die Webseite (bei mir sind es etwa 10-20 pro Tag). Aber wenn wir uns alle mal daran gewöhnt haben auf fast allen Webseiten Elemente von Facebook wieder zu finden, dann kommen wir da nicht mehr so leicht heraus. Die Benutzer erwarten dann womöglich fast schon, dass jede Webseite wie Facebook aussieht. Und die Verknüpfungsdaten liegen alle schön zentral bei Facebook selbst … man kommt also nicht mehr von ihnen weg.
  5. It’s evil
    Die Idee an sich ist weder schlecht noch neu. Mit XFN und FOAF existieren ähnliche Konzepte schon seit Ewigkeiten, nur gibt es scheinbar keine wirkliche Motivation es einzusetzen. Facebook ködert hier mit dem „Gefällt mir“ Button und die Webmaster der Welt folgen willig (ich ja auch). Das Problem dabei? Es können nur Benutzer von Facebook an dieser neuen Welt teilnehmen, d.h. man braucht zwingend einen Facebook Account.

    Das ist in etwa so wie wenn Google einen dazu zwingen würde einen Account zu haben wenn man in ihren Suchergebnissen auftauchen bzw. sie benutzen will. Ohne geht nicht und angezeigt werden natürlich auch nur noch die beliebtesten Seiten. Und darauf läuft es wohl bei Facebook auch hinaus. Zusammen mit den anderen Punkten bekommen sie eine ziemlich gute Übersicht was im Internet gefällt und vor allem abhängig vom Freundeskreis noch gefallen könnte. Alles super, aber wie in Punkt 4 schon geschrieben, alles andere als „open“ und da Facebook davon am meisten profitiert EVIL.

  6. Der Button ist nicht an eine Domain gebunden
    Da man die URL frei angeben kann, könnten alle „Gefällt mir“ Buttons einer Webseite sonst wo hin zeigen. Böse Webseitenbetreiber oder evtl. gehackte Webseiten könnten so z.B. Spam oder Links auf Kinderpornos unbemerkt in Profile einschleusen. Denn wie oft schaut man schon auf seine eigene Pinnwand bzw. Infoseite?
  7. Neuigkeiten von Seiten, die einem gefallen
    Wenn einem eine Seite gefällt, d.h. man hat auf den Button geklickt, dann verhält sich das so wie wenn man früher Fan geworden ist. Das bedeutet auch, dass die Betreiber von Seiten einem Neuigkeiten auf die Startseite (nicht die Pinnwand) schreiben können. Das heißt ich könnte z.B. neue Kommentare zu jedem Artikel automatisch in Facebook reinstellen und sie würden ggf. bei den „Fans“ im Newsfeed erscheinen. Bleibt abzuwarten wie sehr diese Funktion genutzt wird, aber es könnte unübersichtlich werden … egal wie gut die Startseite mittlerweile filtert was für mich interessant sein könnte.

Ich werde die Elemente erst einmal drin lassen und vielleicht noch an verschiedenen Positionen testen. Da sich aber jetzt schon abzeichnet, dass bei mir ziemlich wenige auf den Button klicken (mangels Statistik habe ich einfach mal viel besuchte Artikel abgegrast und manuell nachgeschaut), werde ich es wohl wieder ausbauen. Die Datenkrakerei kann einem manchmal schon ein wenig Angst machen … so groß der Nutzen solcher Netzwerke auch ist.

Nachtrag:
Zwei weitere Punkte, die mir noch eingefallen bzw. in den Kommentaren (danke, XSized) genannt worden sind, eingefügt. Außerdem habe ich festgestellt, das man theoretisch doch an Statistiken rankommen kann. Über die Open Graph API kann man für jede URL gewisse Informationen abfragen und so automatisch an die Anzahl der Fans für bestimmte URLs kommen.

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Nur mal so

Facebooks Open Graph Schnittstelle

Facebook hat seinen angekündigten Open Graph jetzt eingeführt. Damit kommt man theoretisch an jedes bei Facebook liegendes Objekt heran, wenn man die entsprechenden Berechtigungen hat. Nett … aber viel interessanter finde ich erstmal die Social Plugin.

Ich hab ein paar davon testweise eingebaut. Unter jedem Artikel befindet sich jetzt ein aus Facebook bekanntes „Gefällt mir“. Die Kommentarbox war mir etwas zu viel, aber ich habe die Fanbox in der Seitenleiste durch das entsprechende Social Plugin ersetzt und darunter eine Box mit den letzten Aktivitäten platziert.

Mal sehen was das so bringt, aber Facebook könnte fast recht mit den erwarteten 1 Milliarde Aufrufen ihrer neuen APIs am Tag. Allein die Startseite blendet jetzt 12 Iframes von Facebook ein … ein bisschen viel für das bisschen Zusatzinformation ;-)

Wie schon gesagt. Ist ein kleiner Test. Scheint mir alles nämlich nicht ganz ausgereift. So wird z.B. bei jedem ersten Drücken eines „Gefällt mir“ Buttons eine neue Fanseite angelegt (nur wenn ein Admin drückt). Keine Ahnung, ob das in Zukunft noch so bleibt, aber das könnte ziemlich unübersichtlich werden. Witzigerweise kann man mit Metatags angeben wer die Admins sein sollen bei denen die Seiten angelegt werden … das kann im Prinzip jeder sein, was alle Facebookbenutzer für „Seitenspam“ anfällig macht :twisted:

Also so ganz hab ich’s noch nicht gecheckt was man damit alles anstellen könnte. Will ich mein Blog überhaupt zu einer Facebookseite umbauen? Habt ihr schon versucht mit diesen ganzen neuen Gimmicks etwas zu basteln?

Nachtrag:
Es werden nur Fanseiten angelegt, wenn man als Admin auf den Button klickt. Jetzt frage ich mich allerdings wie man dann rausbekommt was die Leser besonders mögen?