Sonntag auf einer deutschen Autobahn

Gestern verbrachte ich vergnügliche 700 Kilometer auf Deutschlands Autobahnen und irgendwie muss ich darüber jetzt was schreiben :-) Zum einen über die verdammten Linksfahrer auf der A5 am Sonntag Abend und zum anderen über den irren Verbrauch eines VW Beetle.

Kommen wir also zu den Sonntagsfahrern. Die dreispurige A5 wird irgendwo bei Karlsruhe zweispurig und obwohl kaum LKWs unterwegs waren war das für viele Autofahrer ein Problem. Das Einordnen nach dem Reisverschlussprinzip scheint wirklich schwer zu sein … jedenfalls staute es sich kilometerweit zurück und es wurde 80 gefahren. Halb so wild, nur das war auf der linken Spur und die beiden rechten Spuren waren mit großen Lücken versehen (allerdings noch langsamer). Klar, jeder möchte schnellst möglich vorankommen, aber es ist nun mal nicht sehr produktiv in so einer Situation links zu fahren und die Autobahn nicht vollständig auf allen Spuren aufzufüllen.

Darüber kann man sich aufregen, muss man aber nicht. Ich habe noch Verständnis dafür, allerdings wurde die Autobahn dann wenig später wieder dreispurig und die verzweifelten 80-Fahrer fuhren dann (es gab wieder mehr Platz) 140 auf der linken Spur, 120 auf der mittleren und 110 auf der ganz rechten Spur. Ein suuuuuper Gefälle und ich habe auch wirklich jeden schnellen Drängler vorbeigelassen, aber selbst die haben es nicht geschafft die Schleicher zum Rechtsfahren zu bewegen. So ging es kilometerweit mit argen Rechtsüberholungen und von der rechten auf die linke Spur gefahre, nur weil einer in der Mitte fährt und nicht rüber will weiter bis irgendwann die A6 kam. Das auf der mittleren Spur die Leute nach rechts kicken hatte ein Ende (kleines Auto, links fahren Sonntags gewöhnlich viel zu schnelle Autos um mithalten zu können) und es ging wieder einigermaßen.

So viel zum Rechtsfahrgebot. Ich finde es sollte auf dreispurigen Autobahnen erlaubt sein rechts zu überholen. Was treibt einen deutschen Autofahrer nur dazu immer in der Mitte zu fahren? Die Angst um seinen Platz in der Spur, wenn er mal für 20 Sekunden rechts fährt? Die hohe Aufwand eines Spurwechsels? Vielleicht ist das System mit dem Spurwechseln wirklich zu kompliziert. Um so mehr spricht für die Aufhebung des Überholverbotes auf der rechten Seite. Keep your lane, wie es die Amerikaner sagen :-)

Und nun zum Benzinverbrauch eines VW Beetles. 12,7 Liter auf 100 km bei halber Strecke schleppender Verkehr und die andere Hälfte Vollgas, weil ich heim wollte … muss ich mehr sagen? Das Ding ist für einen Kleinwagen ein ziemlich Schluckspecht. Unser alter 7-er BMW hat weniger gebraucht und das bei deutlich höherer Geschwindigkeit :-(

13 Antworten auf &‌#8222;Sonntag auf einer deutschen Autobahn&‌#8220;

  1. Rechts überholen ist schon allein deswegen verboten, weil es saugefährlich ist. Als Mitte-Fahrer müsste man sich ständig nach beiden Seiten umsehen, und Leute die von der Auffahrt kommen fänden es bestimmt auch sehr geil wenn neben ihnen der Verkehr mit 160 vorbeizischt.

  2. Das Problem mit Auffahrten sehe ich ein. Warum es allerdings gefährlich sein soll rechts zu überholen ist mir schleierhaft. Welche Rolle spielt es, ob der Verkehr rechts langsamer oder schneller als der Verkehr auf der eigenen Spur ist?

    Für die Auffahrten fiel mir gerade noch was ein. An vielen Kreuzen ist das auch bereits so … man hat einfach längere Ausfahrten ;-) … so etwas wie 1-2 km vorher Einordnen um auf der richtigen Autobahn zu landen …

  3. Weil sich das nun mal irgendwann jemand schlaues so ausgedacht hat, dass von links nach rechts ein Gefälle der Geschwindigkeit sein soll, damit man beim Überholen bzw. Auffahren nur nach links und beim Einfädeln oder Abfahren nur nach rechts zu sehen braucht. Man könnte aber auch so wie du das vorschlägst die Anarchie auf der Autobahn einführen und auf diese Weise gleich was gegen die Überbevölkerung tun.

  4. wtf? Wenn ich mich nach links einfädele, warum spielt es dann eine Rolle was rechts von mir passiert? Wenn ich nach rechts will, welche Rolle spielt es dann was links von mir passiert?

  5. Hallo Jan,
    ich würde sagen so um kurz nach 19 Uhr. Warum?

    Plasma, wie schon gesagt, es gäbe immer noch das Problem mit den Auf- und Ausfahrten :-) Aber vielleicht hilft bei diesem Problem ein neues Licht am Auto? Mittlerweile nutzen ja alle das Warnblinklicht, wenn sie in einen Stau fahren oder zeigen mit der Lichthupe diverse Defekte am Licht des Angeblinkten an (oder auch andere Dinge). Wie wäre es mit einer Symboltafel ala Polizei, die anzeigt was man wirklich will? „Fahr nach rechts wo’s frei ist du Sau, denn ich will nicht bremsen müssen, nur weil du zu faul zum lenken bist“ Eben eine bessere, exaktere Intervehikel-Kommunikation ;-) …

    Wahrscheinlich lässt sich das Dilemma linke Spur zu schnell , rechte Spur frei und mittlere Spur von einem langsameren Fahrer belegt nie zufriedenstellend lösen :-(

  6. Es gäbe immer noch das Problem, undsoweiterundsofort, beim nächsten Denkansatz gibts dann ein neues Problem, undsoweiter … Schuster, bleib bei deinen Leisten.

    Ich denke so wie’s ist, funktionierts doch ganz gut. Oder? Es hält sich weiter das hartnäckige Gerücht, niemand hätte den Ossis bisher gesagt dass die rechte Spur nicht nur für LKWs gut ist, aber das ist wie schon gesagt ein Gerücht. Trifft mitunter auch auf Schweizer zu.

  7. So wie es ist funktioniert es normalerweise, aber nicht bei dichterem Verkehr. Die Packdichte einer Autobahn zu erhöhen ist doch nichts schlechtes … willst ja auch immer mehr über deinen Kupferdraht schicken können, oder nicht?

  8. Problem ist bloß dass bei einem CSMA/CD die einzig gewinnende Partei die der KfZ-Versicherer sein dürfte, weil für ein Tokensystem definitiv mindestens die Hälfte der Verkehrsteilnehmer einfach zu deppert sind.

  9. Gibt es da nicht diesen Werbespot einer Schweizer Versicherung wo die Autos in voller Geschwindigkeit und komplett durcheinander über eine Kreuzung fahren? Versicherungen für die Welt von morgen ;-)

Kommentare sind geschlossen.