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Meckerecke

Warum das Fernsehen eine Verantwortung für Amokläufe trägt

Eine, nicht die. Der Phychologe am Ende des Videos fasst zusammen was man nicht machen sollte, wenn ein Amoklauf passiert ist und die Nachrichtensender und Frühstücksfernsehsendungen dieser Welt machen eben genau das Gegenteil.

via Stefan Niggemeier

P.S.: Was ist eigentlich mit der Wehrpflicht. Ausbildung zum Killer? Wenn Schützenvereine so was fördern sollen, dann wohl auch der Einzug in die Bundeswehr. Gibt es da einen statistisch relevanten Zusammenhang? Ich denke nicht. So und jetzt spiele ich weiter Killerspiele und hüpfe mit meiner Spielfigur auf wehrlosen Schildkröten herum …

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Nur mal so

In seiner Freizeit spielte er offenbar leidenschaftlich gern Tischtennis

Die konkreten Informationen zu dem minderjährigen Täter sind bisher noch ebenso spärlich wie widersprüchlich. Einhellig wird er als auffällig unauffällige Persönlichkeit beschrieben. In der Schule soll er schlechte Noten gehabt haben, von einigen als „Loser“ und Einzelgänger bezeichnet worden sein. In seiner Freizeit spielte er offenbar leidenschaftlich gern Tischtennis.

Und dann weiter im Spiegel Online Artikel

Als bestätigt gilt inzwischen die Vorliebe des Amokläufers für Waffen und gewaltlastige Computerspiele. […] „Wir haben bei ihm unter anderem das Spiel Counter-Strike gefunden.“ Derzeit würden die Daten auf K.s Computer ausgewertet, sagte Hinderer.

Ob das Tischtennis spielen je wieder erwähnt werden wird? Denn …

„Dass der 17-Jährige auf der Flucht noch weiter um sich geschossen hat, ist ein Verhalten, das Jugendliche auch in Spielen wie Counter-Strike oder Crysis lernen können“, sagte der Präsident der Deutschen Stiftung für Verbrechensbekämpfung, Hans-Dieter Schwind, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ und sprach sich für ein totales Verbot von Computer-Gewaltspielen sowie eine weitere Verschärfung des Waffenrechts aus.

Der Amoklauf war schrecklich, keine Frage. Jeder Amoklauf ist das. Aber zu glauben, Computerspiele bringen diesen kranken Individuen bei, wie sie sich bei so etwas verhalten sollen bzw. bringen sie überhaupt erst dazu und ein Verbot würde helfen? So einfach darf sich das ein Präsident der Verbrechensbekämpfung nicht machen!!!!

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Nur mal so

Killerspiele und die Amokläufer

Jetzt schreien alle Politiker (allen voran natürlich unser Herr Stoiber) und realitätsferne Eltern wieder nach einem Verbot von so genannten Killerspielen (wahrscheinlich zählt auch Bomberman dazu, who knows?). Warum? Ja, weil natürlich ein Amokläufer scheinbar wieder mal Counterstrike gespielt hat. Einen anderen Grund für einen Amoklauf gibt es wohl nicht, oder?

Werden demnächst vielleicht auch Schusswaffen verboten? Immerhin haben die meisten Amokläufer auch Schusswaffen, richtig? Oder festes Schuhwerk? Habe jedenfalls noch keinen Killer mit Sandalen gesehen, ihr?

Wie dem auch sei … laut Nachrichten ist das Tagebuch von Sebastian B. Bastian Bosse aufgetaucht und wahrscheinlich steht auch darin nichts von Killerspielen, sondern eher Dinge, die auch in seinem Abschiedsbrief (danke mein-parteibuch.de für die Archivierung) zu lesen sind. Auch sein Blog (letzter Beitrag im August 2005) ist noch erreichbar. Zwei Zitate:

[…] will den Menschen aus dem Weg gehen, um nicht noch mehr Scheiße zu erleben. Die Scheiße; Sie hat sich gelegt, wie ein Strum der Alles zerfetzt, und nun nur noch ein Regen ist und gelegentlich einige Keller vollaufen lässt. Damals war es schlimmer, das 5-8 Schuljahr war das extremste, jetzt hat es sich gelegt, es ist nict mehr so schlimm. Doch die Wunden sind geblieben, nicht nur Körperliche, nein, meist seeliche Wunden, und die Frage: Warum hat man das getan quält mich ebenfalls noch heute. Die meisten wissn es nicht, dachten ich ging jeden Tag zur Schule, mache nicht mit und geh wieder nach Hause. Das einzigste Mal das etwas wirklich nach aussen drang, war als man mir einen glühenden Fahrradschlüssel auf die Hand presste…da hat der Schulleiter Anzeige erstattet.

[…] ich werde den rest meines lebens ein abgefuckter looser sein, und da mir alles egal ist bekomme ich auch keinen abschluss. das ist die hölle, wenn einem alles egal ist. ich mein; ich lerne nicht mehr, ich beteilige mich nicht mehr und…ich tue eigentlich gar nichts mehr ausser vor mich hinvegetieren. es ist die hölle auf erden.

Wohlgemerkt 2005 und niemand hat etwas getan, aber jetzt ist es natürlich populär die unheimlich einfache Lösung des Verbots von gewissen Computerspielen heranzuziehen. Wie bequem.

Übrigens hat die Polizei sowohl seine Homepage (auf der der ursprüngliche Abschiedsbrieg zu lesen war, hier ein Mirror) gesperrt als auch Google dazu bewegt den Inhalt aus dem Cache zu löschen. Warum diese Zensur? Wer soll dabei geschützt werden? Bei Gulli.com gibt es einen interessanten Artikel dazu und durchsucht man Technorati oder die Google Blogsuche findet man noch viele weitere Artikel über die Internetaktivitäten des Amokläufers aus Emsdetten (das Internet vergisst nichts einfach so) … falls es jemand interessiert was sonst noch so über ihn gesagt wird, außer dass er Counterstrike gespielt haben soll.