Terri Schiavo

Es scheint kein wichtigeres Thema mehr zu geben. Da vegetiert eine Frau (Terri Schiavo) 15 Jahre vor sich hin und die ganze Welt (nun auch Deutschland: Spiegel Online) regt sich künstlich auf. Tragisch ist es schon. Bei uns beherrscht es auch nicht so die Nachrichten, aber schaut mal CNN! Es scheint nichts wichtigeres zu geben … da verblasst sogar der Amoklauf eines amerikanischen Schülers, der zuerst seine Großeltern umgebracht hat und dann in seiner Schule wahllos um sich schoss.

Wie auch immer. Am 15. März wurde in Texas die Beatmung eines Babies gegen den Willen der Mutter eingestellt, weil die Ärzte es für sinnlos hielten. Im „fortschrittlichen“ Staat Texas geht das einfach so. Das Gesetz dazu wurde 1999 von GWB verabschiedet als er dort noch Chef war. Jetzt als Präsident verabschiedet er Gesetze damit der Fall Schiavo nochmal vor Gericht gehört werden kann. Ironie?

Übrigens erlaubt das Texasgesetz das Abstellen der lebenserhaltenden Maßnahmen, wenn sie sinn-/zwecklos sind (entscheidet das Krankenhaus/der Arzt) und der Patient nicht mehr für seine Behandlung bezahlen kann. Schön, nicht? In anderen amerikanischen Bundesstaaten müssen die Krankhäuser leider draufzahlen … nicht so in Texas :twisted:

Genug von Amerika. Zurück nach Europa wo die Grenzen offen sind und es den schweizer Sterbetourismus gibt.

4 Antworten auf &‌#8222;Terri Schiavo&‌#8220;

  1. Anke Gröner hatte es in ihrem Blog sehr schön auf den Punkt gebracht (grob sinngemäss): alle schwafeln vom Recht auf Leben der Patientin, aber das Recht auf Leben der Menschen die regelmässig in der Gaskammer oder auf dem elektrischen Stuhl landen ist offenbar etwas völlig anderes.

  2. „…wenn sie sinn-/zwecklos sind (entscheidet das Krankenhaus/der Arzt) und der Patient nicht mehr für seine Behandlung bezahlen kann….“

    Ist das ein logisches ‚und‘ oder gar ein ‚oder‘?

  3. Das „und“ ist mit Absicht fett formatiert. Natürlich müssen mehrere Leute entschieden haben, dass es aussichtslos ist. Nur aus Kostengründen darf nichts abgeschaltet werden.

    @Beo: da stimme ich zu. Aber das amerikanische Volk hängt halt selbst an so einer lebenserhaltenden Maschine (Medien) und braucht ständig Nachschub. In einer Woche ist das wieder vergessen und es geht um irgendetwas anderes „weltbewegendes“, den das alltägliche ist nicht mehr interessant genug …

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