Intentionally crippled Software

Man kennt das ja schon teilweise von Hardware z.B. bei CPUs, dass eigentlich schnellere Modelle so manipuliert werden, dass sie nach außen wie ein langsames Modell wirken. Im Prinzip das gleiche Produkt, nur mit anderer Etikette und anderen Leistungen. Bei Software ist das mittlerweile auch Gang und Gebe … Mobilfunkprovider werfen z.B. eine Funktion des Handys raus nur um ihr Portal per Direktklick im Menü zu haben. Billigrouter haben eingeschränkte Firmware, damit sie teurere Produkte nicht gefährden obwohl die Geräte so viel mehr könnten.

Und jetzt – ja schon wieder Apple – das gleich von Apples Seite. Sie hatten wohl gehofft niemand hackt den iPod touch und keinem fällt auf, dass der fehlende Knopf in der Kalenderapplikation, der dazu dient neue Ereignisse hinzuzufügen, durch zwei fehlende Zeilen in einer Konfigurationsdatei verhindert wird. Fügt man diese wieder ein, erscheint der Knopf. Es ist also kein Bug, wie Apple angeblich behauptet hat, sondern sie haben ihr eigenes Produkt „intentionally crippled“ um einen Unterschied zu einem ihrer anderen Produkte zu haben. Böse!

Wie findet ihr so etwas? Ist eine Firma tatsächlich böse, wenn sie nur das Nötigste mit ihren Geräten macht oder wie in diesem Fall gezielt bereits Funktionierendes einfach wegfallen lässt um ein neues Produkt zu schaffen? Oder seht ihr das mit den Augen eines BWLers und denkt, dass es wohl das Beste ist solche zusätzlichen Features erst nach und nach herauszubringen um immer nur ein kleines Stück vor der Konkurrenz zu bleiben und ihnen nicht gleich ganz davon zu rennen?

P.S.: In manchen Momenten denke ich tatsächlich, dass AMD und Intel sich vielleicht mit Absicht so brav an Moores Law halten (Verdopplung alle 18 Monate) damit die Kunden immer und immer wieder kaufen. In Wirklichkeit haben sie bestimmt schon den 10 GHz 32 Kern Prozessor in der Schublade, aber wenn sie den jetzt auf den Markt schmeißen hätten sie danach nichts mehr im Angebot ;-)