Vatikan sauer?

Nerdcore Rene schreibt folgendes zu der Reaktion des Vatikans/Papstes (man sei entsetzt) auf Merkels Vorgehen:

Wait, what? Der Papst, Vorsitzer einer Vereinigung, die an Märchen glaubt und schon immer immer immer Rückständigkeit gepredigt und Wissenschaft bekämpft hat, dieser Mann re-dingsbumst einen Nazi, ein verficktes Arschloch, das noch mehr Rückständigkeit predigt, frauen-, schwulen- und muslimfeindlichen Kackmist in die Welt setzt und ist entsetzt über das Entsetzen und die völlig richtige Kritik von Kanzlerin Merkel? (Immerhin einmal, dass sie was richtig gemacht hat.)

*unterschreib* … besser kann man es nicht sagen. Papst? Who cares?

15 Antworten auf &‌#8222;Vatikan sauer?&‌#8220;

  1. Nicht, dass ich alles, was der Vatikan da oben macht, für richtig halte, aber hier muss man mal einen etwas sehr subjektiv/nerdigen Text gerade stellen.

    Der Vatikan hat im 2. vatikanischen Konzil jedem die Meinungsfreiheit und Glaubensfreiheit gewährleistet… deswegen werde ich auf persönliche Ansichten nicht eingehen. Wissenschaft wird in der Tat hinterfragt, aber nicht bekämpft… dazu hat die Kirche gar keine Mittel!

    Und da wären wir schon beim ersten Punkt. Es handelt sich bei jener Angelegenheit in keinster Weise um einen politischen Akt. Es hat theologische Hintergründe. Papst Benedikt hat re-dingsbumst.
    Wait, what?
    Und hier ist der Punkt, wo ich mir gewünscht hätte mal zu recherchieren. Papst Benedikt hat zwar die Exkommunizierung von damals zurückgenommen, die Bischöfe sind allerdings weiterhin suspendiert.
    Die werden nicht weiter predigen, oder so.
    Es sind jetzt Christen wie du und ich (oder eben nicht). Die Piusbruderschaft wird frühestens eingegliedert, wenn das 2. vatikanischen Konzil akzeptiert wird. Man darf sogar vermuten, dass dies nie passiert.

    Der Papst hat mit diesem Akt einzig und allein versucht verlorene Schafe wieder in die Gemeinde zu holen, leider ist bei seiner Beratung einiges schief gelaufen. Allerdings handelte es sich hier um einen rein theologischen Akt, der keinen politischen Hintergrund haben sollte.

    Leider gibt es Bild und Co. die aus einer solchen Sache einen Elefanten machen und damit leider zur Sache der Politik.

    Frau Merkel hat damit also ebenso mit Recht gehandelt, leider das Bild im Auge des Nicht-Recherchierenden noch etwas mehr nach rechts verschoben.
    Schade.

  2. Für mich ist Religion auf einer Ebene mit den Mentalisten auf ProSieben. Da braucht es keine Recherche, da riecht man 10 Kilometer gegen den Wind, dass etwas faul ist …

    Nur weil das Christentum es geschafft hat einigermaßen Mainstream zu werden, heißt das noch lange nicht, dass es eine gute Sache geworden ist. Wie bei uns Deutschen darf man sich gerne auch die Geschichte der Religionen anschauen. Mord und Totschlag überall und das für Märchenerzählungen.

    Aber mit einem hast du Recht. Die Berichte in den Medien braucht es wirklich nicht. Es wäre besser wenn Religion aus den Nachrichten verschwindet. Wer sich auf irgendwelche höheren Wesen für sein abstruses Handeln beruft, der gehört nicht in die Nachrichten, sondern in die Irrenanstalt!

    My 2 cents …

  3. @henubis

    die kirche hat heut vllt. nicht mehr soviel macht,
    aber trotz allem sollte man nicht vergessen woran sie in der vergangenheit schuld war
    damals hat sie nämlich durchaus die wissenschaft bekämpft
    galileo galilei, hexenverbrennung, kreuzzüge, …

    und leider gibt es heute noch immer leute die daran glauben

  4. Aber dann darf ich bei euch beiden auch kritisch hinterfragen, wieso ihr Weihnachten und Ostern feiert, warum ihr euch an Nikolaus was in die Stiefel tun lasst, warum ihr euch am Valentinstag bald sicherlich um Rosen bemüht?

    Wir leben nunmal in einer christlich geprägten Gesellschaft… unsere Verfassung basiert auf christlichen Grundwerten.

    Wenn das Christentum nur Mainstream ist und auf Grund dessen zu verabscheuen ist, finde ich das schade. Aber das würde gleichzeitig bedeuten, dass alle religiösen Feste für euch tabu sein müssten, wenn es euch damit wirklich ernst ist. Wenn also die Geschichte der Kirche euch so zurückschrecken lassen würde, als dass ihr Weihnachten für Humbuk halten würdet?

    Das Christentum hat einen gesellschaftlichen Aspekt. Die (katholische) Kirche hat heutzutage viele soziale Einrichtungen und die Schuld an den von JohnDoe genannten Aspekten eingesehen.
    Ich persönlich sehe mich als Teil dieses Aspektes, auch wenn ich differenziert glaube. Nicht alles was oben passiert, kommt unten bei der Basis an – natürlich auch umgekehrt.

    Und Leute mit komischen Glauben gab es immer, gibt es immer und wird es immer geben. Aber denkt daran, dass es sich dabei immer um den subjektiven Standort handelt.

    „Ich glaube an Spinozas Gott, der sich in der gesetzlichen Harmonie des Seienden offenbart. Nicht an einen Gott, der sich mit dem Schicksal und den Handlungen der Menschen abgibt.“ (Albert Einstein)

  5. @Henubis:

    Seit wann sind die genannten Feste religiöser Natur? Vielleicht feiern einige da noch die Geburt oder Auferstehung ihres Heilands, aber meine Güte … andere gehen halt auf Star Trek Conventions. Das ist ja auch nicht das Problem.

    Es geht auch nicht darum, dass die Kirche heutzutage viel Gutes tut. Das könnte man genau so gut auch ohne Märchen tun …

    Es geht auch nicht darum das Christentum zu verabscheuen. Es verhält sich vielmehr wie mit dem Rauchen. Sollen Raucher doch rauchen so viel sie wollen, so lange sie mir damit nicht auf den Sack gehen ist das vollkommen ok.

    Was ich damit sagen will: Religion mischt sich in viel zu viele Dinge ein. Nein, eigentlich nur Menschen, die meinen Religion verleiht ihnen Flügel, mischen sich ein. Beim Christentum früher mehr als heute (deshalb Mainstream), bei anderen Religionen ist die Message noch nicht angekommen.

    Religionsfreiheit bedeutet auch, dass sie mir egal sein kann und ich das auch sagen kann und darf. Und genau so wie religiöse Menschen den Bus benutzen, darf ich auch Weihnachten feiern. Basta!

    1. Mein letzter Beitrag für heute:
      Im Gegensatz zur Piusbruderschaft (um mal wieder zum Thema zu lenken) gesteht dir das Christentum sogar die Meinungsfreiheit zu ;)

      Und nur um es mal klarzustellen: Ich bin kein erzkonservativer Christ oder sowas. Ich mache Jugendarbeit in unserer Kirche, gehe noch zur Schule und habe meinen Sex vor der Ehe… aber es stört mich, wenn Dinge falsch dargestellt werden.

      Naja, und wenn meine Jugendarbeit mit Uri Geller auf eine Ebene gesetzt wird^^

      Good night

      1. Du willst es falsch verstehen, oder? ;-)

        Jugendarbeit, die ganzen sozialen Einrichtungen und Dienste sind eine gute Sache. Auch Gottesdienste sind ok, wenn sie einige Menschen glücklich machen. So etwas kann und wird mich nicht stören (ok, auch wenn ich mich bei manchen Gottendiensten bei denen ich war schon frage warum eigentlich nur Scientology als Sekte gesehen wird).

        Was mich stört ist das Konzept der Religion an sich und wie sie missbraucht wird. Und das wird sie oft. Früher das Christentum, heute Islam … und es stört mich natürlich auch, wenn ein Märchenerzähler daherkommt und mich als Untermensch sieht, weil ich nicht an seine Märchen glaube. Verstanden? ;-)

        1. @Sebbi: Was am Anfang noch wie Master of Irony duftet, stinkt beim letzten Post nach Master of Arrogance. Wieso erregt dich das so? Relax… ;)

  6. Um mal bei den Märchenerzählern zu bleiben: Es gibt Zauberer und Muggel, Klingonen, Vollonen, Borg, Bugs Bunny und Daisy – alle haben ihre Anhänger und alle gehen irgendwelchen anderen Leuten auf den Sack. Seis mit rose Bildchen oder weil man sich in der nächsten Kneipe zum 20-tausendsten Mal darüber unterhält ob Deep Space 9 nun realistisch möglich wäre, weil es Wurmlöcher bewacht, die in einem anderen Film als Spice bezeichnet werden. Jedes davon hat seine Berechtigung, hat Fans/Jünger/Anhänger/Gläubige und auch Feinde/Ketzer etc.

    Merkel würde aber nie zu Tom Cruise gehen und sagen, er dürfe keinen Staufenberg spielen, weil er seine eigenen Jünger unterdrückt und an komische Elektrogeräte anschließt.

    Kirche und Staat gibt es auf der ganzen Welt jedoch sehrwohl! Und die Menschen brauchen das auch für sich. Es gibt mehr Glaubende (nicht Gläubige) und Religionszugehörige als es Atheisten gibt. Was ich etwas strange an der Geschichte im Generellen finde ist: Kirche und Staat sollen doch voneinander unabhängig sein, also darf Merkel den Ratzinger eigentlich nichts sagen. Trotzdem treibt das Finanzamt die Kirchensteuer ein… aber das ist ein anderes Thema.

    Worauf ich hinaus will: akzeptiert, dass es andere Meinungen und Ansichten gibt und akzeptiert, dass diese Meinungen (Religion) zu den Grundfesten einer jeder Gesellschaft gehört. Egal ob es Christen, Muslime oder Scientologen sind.

    Nicht umsonst ist das Theologiestudium auch für Nichtgläubige sehr zu empfehlen! Und selbst Desirée Nick hat Theologie studiert! ;-)

  7. Der Staat treibt die Kohlen nicht nur ein – in Thüringen macht alles der Staat: auf dem Einkommensbescheid ist gleich die Kirchensteuer mit festgesetzt und wird auch von denen ausgezahlt. Das nenn ich doch mal Service – trotz Trennung von Staat und Kirche.
    Und die Lehrerlaubnis für Religionslehre ist ganz dick mit der Kirche verknüpft – wo Bildung doch Sache des Staates ist. (Beu muslimischen Religionslehrern muss das aber natürlich anders sein…)

    Bei “christlichen Grundwerten” könnt ich eh immer durch die Decke gehen: was ist an Respekt und Toleranz für andere besonders christlich? Könnte doch genauso buddhistisch oder muslimisch sein.
    Und überhaupt: besonders tolerant ist der Kirchenverein ja nicht gerade.

    Wie geht denn besonders die katholische Kirche mit Schwulen um, mit Frauen, mit Mitgliedern, die eine kaputte Beziehung lieber ehrlich auflösen, als eine Lüge zu leben?

    Im Endeffekt gibts doch eh nur das eine Gebot, dass jeder im Kindergarten lernt: “Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu”.

    Da brauch ich keinen Gott dazu, und erst recht keinen Verein, der sich selber zum Statthalter eines etwaigen Gottes erklärt.

    Warum feiern auch Atheisten Weihnachten und Ostern?
    Ostern: feiert das wirklich jemand? Wissen Leute, die brav ihre Steuern zahlen und nur zur Christmette in der Kirche erscheinen, worum es bei Pfingsten geht?
    Nein.
    Und Weihnachten? Für mich ist Weihnachten Tradition. Nicht mehr, nicht weniger. Weihnachten ist für mich Familie, nicht Jesu Geburt, ein paar Tage willkommene Zwangspause von der Hektik.

    Ich freu mich ja über kirchliche Jugendarbeit und ziehe meinen Hut vor diesem Engagement. Aber auch bei Jugendarbeit von DAV, Sportvereinen oder Rotes Kreuz.

    Ach ja: ich war mal recht lange Ministrant…

    Edit:
    Und warum logge ich meinen Facebook-Account hier drin aus und der Kommentar erscheint doch wieder mit Facebook-Profil?!

  8. man könnte auch sagen: alles was man mit eifer vertritt ist religion. es ist gewissermaßen auch religion gegen religion zu argumentieren. so wie wissenschaft aus einer philosophischen warte nicht mehr als religion sein könnte. selbst atheismus lässt sich als religion verstehen. es mag eben begriffe geben, die sich möglicherweise (so vorsichtig wie möglich formuliert) einer genauen definition entziehen.

  9. Könnte man sagen. Aber im Normalfall geht es doch um den Glauben an eine höhere, göttliche Macht, die irgendwie die Geschicke der Menschheit lenkt bzw. beeinflusst.

    Ob definiert oder nicht, das Christentum und andere große Religionen entziehen sich nicht einer genauen Definition, lediglich der Begriff Religion. Und wenn Atheismus Religion wäre, ok … würde vielleicht helfen. Als drittgrößte Vereinigung „religiöser“ Menschen wären wir dann immerhin wer, den man nicht ignorieren kann ;-)

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