Telefonbuchsynchronisation problematisch?

Weil es gestern bei einer Party aufkam … was passiert eigentlich mit so einem Telefonbuch auf einem Smartphone und warum solltest du als einer meiner Kontakte panische Angst haben ;-)

Zunächst ein wenig Geschichte: 2002 habe ich mir mit dem Nokia 7650 mein erstes „Smartphone“ geleistet. Besonders smart war es ja nicht, aber trotzdem genau so teuer wie iPhones heute. Mein nächstes Handy war ein Nokia 7610. Im wesentliche das gleiche in besser aussehend.

Beide Handys beherrschten bereits ein Feature namens SyncML und so konnte man Kontakte und Kalenderdaten mit einem solchen Server abgleichen. Es gab einige kostenlose Anbieter, die ich natürlich auch benutzt habe.

Dann kam das iPhone und irgendwann Unterstützung von Exchange. Das kommt von Microsoft und erlaubt ebenfalls die Synchronisation von Kontakten und Kalendereinträgen. In Ermangelung eines eigenen Servers nutze ich dafür den kostenlosen Exchangezugang von Google (Gmail, auch wenn ich das Mailangebot davon nicht nutze). Zusätzlich nutze ich wie wohl so ziemlich jeder (aktuell fast 87 Mio. Nutzer) iPhone Besitzer auch Facebook auf dem Ding und synchronisiere wie viele Android-, Bada-, Blackberry- und Palmnutzer (wahrscheinlich noch viele andere Handys) damit ebenfalls die Kontakte. Bei anderen Handys ist es noch ein wenig integrierter, aber was soll’s …

Die Folgen davon? Google und Facebook haben Millionen von Telefonbüchern in ihren Datenbanken und somit auch die Nummern von Menschen, die sich bei keinem dieser Dienste angemeldet haben bzw. keine Nummer hinterlegt haben. Wären es nicht Google und Facebook wäre das für viele dieser davon betroffenen wohl kein Problem (warum eigentlich? Sollte es nicht egal sein mit welchem Anbieter man seine Kontakte verwaltet, so dass man sie auf mehreren Computern und Handys synchron hat?), tja … aber es sind nun mal die beiden.

Was kann man dagegen tun? Verlangt von euren Freunden, dass sie euch aus ihren Telefonbüchern löschen oder findet euch damit ab, dass manche Menschen den Komfort von Kontaktsynchronisation nicht missen möchten ;-)

Auf der einen Seite Datenschutzfanatiker, die tatsächlich glauben StudiVZ würde es auch nur ein Stück besser als jeder andere Service machen. Auf der anderen Seite Gewohnheitstiere, die ihre Telefonbücher und Kalender schon immer mit dem gerade interessantesten Service synchronisiert haben. Wo steht ihr bei diesem Thema?

Mir persönlich ist ja noch kein Fall in meinem Freundeskreis bekannt bei dem die hochgeladenen Nummern in den letzten 8 Jahren missbraucht wurden. Die Chance, dass es in Zukunft passiert? Sicher da, aber hey … genauso könnte man verlangen jeder sollte unbedingt ein Handy mit Fernlöschung haben, die bei Verlust auch genutzt wird. Man möchte ja auch nicht unbedingt im Telefonbuch eines geklauten Handys stehen … oder?

11 Antworten auf &‌#8222;Telefonbuchsynchronisation problematisch?&‌#8220;

  1. Bin eigentlich genau der gleichen Meinung und so lange niemand etwas mit den Nummern macht, habe ich kein Problem damit. Wie du auch erwähnt hast ist es einfach schön zu wissen, dass man seine Nummern immer wieder bekommt, auch wenn das Handy kaputt geht. Und wer kennt das nicht von früher. Hilflos ohne Nummern. :D

  2. Ich würde mich jetzt nicht als Datenschutzfanatikerin bezeichnen, aber irgendwie finde ich es als normaler Internetnutzer schon etwas beunruhigend, wenn meine Daten und hier insbesondere Telefonummern irgendwo gespeichert und evtl. auch verwaltet werden und ich davon weder was weiß noch gefragt wurde. Da ist es mir auch egal, ob das google, facebook oder sonstwas ist – auch wenn man (selbst ohne Technikverstand) von den beiden bezüglich Datenschutz wirklich nicht viel Gutes höre.

    Ich wundere mich manchmal doch wieviel Vertrauen gerade auch Computernerds oder -geeks :o) haben, dass Daten sicher sind und nicht missbraucht werden. Gerade die Aussage von Roman ist doch das Problem „solange niemand was damt macht“ – aber die Menschen sind ja grundsätzlich gut und machen bestimmt nichts böses ;-) Und selbst wenn nichts missbraucht oder verwendet wird – wen gehn die Daten denn was an?!

    Ich persönlich kanns nicht absehen, was ist oder sein kann oder kommen kann. Aber manchmal habe ich schon das Gefühl, dass wir den Luxus von Privatsphäre und Freiheit nicht mehr richtig zu schätzen wissen und sie sehr leichtfertig wieder aufgeben. Na wir werden sehen, ob das paranoid ist oder nicht …

    Ach und geht Syncronisieren nicht auch lokal am eigenen Rechner ohne Internet und so?

  3. „Hilflos ohne Nummern“ – Nimm die Backupsoftware von deinem Telefon oder speicher den Kram auf der Karte. Das funktioniert!

    „so lange niemand etwas mit den Nummern macht, habe ich kein Problem damit“ – was im Umkehrschluss bedeutet dass du scheinbar sehr wohl ein Problem damit hättest, sobald dann jemand doch was mit den Nummern macht. Mit dem kleinen Detail, dass bis dahin ein Großteil der Menschheit aufgrund deiner und anderer Leute Blauäugigkeit in zig Dutzend Datenbanken abgelichtet, vernetzt und korreliert sein wird, ohne dass wir es wollen.

    Daten vermeiden, anstatt Daten überall hinauszublasen – das sollte schon aus gesundem Menschenverstand heraus eine Selbstverständlichkeit sein, noch mehr in der heutigen Zeit allseits bekloppter Politik, wo überall abgeschnorchelt wird was nur geht. Dagegen steht eure Bequemlichkeit und der offensichtliche Drang, jeden Hype mitzutragen.

    Mein persönlich größtes Problem dabei ist der fehlende Respekt gegenüber einer persönlichen Meinung, meiner Meinung. Ich möchte nicht dass mein Zeug im Internet herumhängt, ohne dass ich es selber dort hingetan habe. Punkt.

    Was ist daran so schwer zu verstehen? Warum muss das jedesmal diskutiert werden? Verständnis und Rücksichtnahme glänzen hier viel zu oft mit Abwesenheit.

  4. Regina, Philipp … ich versteh die Panik allerdings nicht. Es ist ja nicht so, dass hier Millionen Menschen Telefonbucheinträge öffentlich zugänglich irgendwo hochladen und der Dienstanbieter damit macht was er will. Das sind Synchronisationsdienstleister, die bisher genau das auch zu meiner Zufriedenheit leisten.

    Man darf natürlich befürchten, dass solche Datenmengen kombiniert mit anderen Daten Begehrlichkeiten wecken. Aber ich glaube an die Menschheit und an den Wunsch dieser Firmen auch morgen noch zu existieren. Schließlich macht Mensch ja noch viele andere Dinge und vertraut dabei blind dem System, obwohl den eingeweihten schon immer klar war was für Risiken das alles mit sich bringt. Wie sagt es der Engländer noch gleich? „ignorance is bliss“ … und sonst würde ich der Sicherheit wegen gleich mal den Internetanschluss kündigen. Was der Provider da für Schindluder treiben kann, wenn er nur wöllte/könnte …

  5. Niemand hat hier Panik, aber warum musst du ständig übertreiben? Sollte es beim 150zigsten Anlauf dir eine Meinung näherzubringen ausnahmsweise anders laufen? Wozu auch.

    Internetanschluss kündigen? Polemik und wieder Übertreibung. Die Firmen wollen morgen auch noch existieren? Klar, deswegen tun sie auch einiges um das zu erreichen. „Don’t be evil“ dürfte spätestens seit den abgelauschten WLANs als feuchter Nerdtraum ausgedient haben.

    Es hat keinen Zweck hier, aber das weiss ich ja schon länger. Man versucht es halt wider besseren Wissens doch noch einmal. In diesem Sinne, und um mein Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung auszuüben, lösch mich einfach aus deinem Telefonbuch.

    Tschüss Sebbi!

    1. Alter Schwede wie habe ich das vermisst ;-)

      Wie dem auch sei, Menschen synchronisieren ihre Adressbücher mit verschiedenen Diensten und verteilen somit auch Kontaktdaten anderer Menschen auf der ganzen Welt. In der Regel nur für sie selbst abrufbar, aber es passiert … seit Ewigkeiten (= seit es Webmailprovider im Internet gibt … Ende der 90er?). Wird es immer so reibungslos laufen? Vielleicht nicht, aber ich denke nicht, dass eine Firma absichtlich solche Daten für andere Zwecke missbraucht. Fliegt das auf, dann gibt’s doch ein viel zu großes Rambazamba – gerade in dem Land der Sammelklagen und Milliardenentschädigungen.

      P.S.: Ich kann nichts löschen was nicht existiert, aber deine Nummer kann man ja zum Glück auch im ganz normalen Papiertelefonbuch nachschlagen. Also was soll’s …

  6. Hm naja ich würde es – weil ich ein netter Mensch bin – nicht so drastisch ausdrücken – aber recht hat er (also der bekannte namenlose) ja schon.

    Eigentlich könnte ich noch einiges dazu schreiben, aber da ich auch das Gefühl habe, es ist etwas sinnlos und man wird dann nur noch tiefer in die Schublade „Panikmacher, paranoid, Spielverderber“ gesteckt, habe ich dazu nicht viel Lust.

    Nur ein paar letzte Punkte:
    – Wer andere ganz offiziell nach seiner Meinung fragt, sollte diese sich auch wirklich ernsthaft anhören und zumindest respektieren – auf eine Diskussion gegen pauschale, übertriebene Argumente und Vorwürfe, die sich auch nicht bemühen auf das eigentliche Problem einzugehen habe ich wirklich keine Lust

    – irgendwie schon befremdlich, wenn man sich heutzutage, noch dazu im freien Internet auf der Seite eines gebildeten Mitmenschen als Fanatiker und Panikmacher bezeichnen lassen muss wenn man seine Meinung sagt und sich auf seine „Freiheitsrechte“ beruft.

    – meinetwegen kann jeder alles über sich ins Internet, in die Zeitung oder sonst wohin schreiben und seine Daten großräumig verteilen – aber es einfach selbstverständlich mit anderen machen und – das ist noch schlimmer – überhaupt nicht akzeptieren kann, dass diese das eben einfach nicht wollen, finde ich … enttäuschend, schade, erschreckend was auch immer.

    – insgesamt ist es bei dem Thema Datenschutz offensichtlich so, dass bei jeden irgendwann eine Schmerzgrenze kommt wo er sagt „das will ich jetzt aber nicht mehr“ (ich sagt nur google Street view) – gestehen wir doch jeden selbst zu diese Grenze für sich selbst zu ziehen ohne sich dann in einer der Art wie hier rechtfertigen zu müssen.

    So ist jetzt doch viel geworden, aber wer nicht will muss es ja nicht lesen.

    Dann hoffe ich noch zu Schluss, dass wir zwei bösen Panikmacher hier doch nicht ganz alleine darstehen mit unserer Meinung.

    P.S.: Meine Nummer musst du nicht löschen – aber ein bisschen Respekt und Toleranz vor anderer Leute Meinung wäre toll :-)

    1. Ich kann Meinungen anhören und respektieren, aber ich muss sie nicht verstehen, oder?

      Seit jeher werden überall Adressbücher online gehalten. Ob im Firmen-Outlook-Account, beim Webmaildienst (web.de, gmx), bei Plaxo, Gmail, MobileMe, diversen Exchange Hostern … überall, sogar auf dem Mailserver den man sich nur mit einigen wenigen teilt. Alles online und von den jeweiligen Admins/Firmen theoretisch einsehbar. Nie wird man gefragt, ob man in fremden Adressbüchern, die auf diese Weise verwaltet werden überhaupt stehen möchte.

      Wieso ist das gerade jetzt ein Problem geworden? Was war vor 10 Jahren anders? Diese Dienste sind nicht unsicherer geworden und funktionieren noch ziemlich exakt auf die gleiche Art und Weise.

      Oder ist es die Illusion, die verschiedene soziale Netzwerke erzeugen, dass man auf einmal Herr der eigenen Adressbucheinträge bei seinem Bekanntenkreis wäre? Beende ich die Freundschaft auf Xing, StudiVZ, Facebook, etc, dann ist der Eintrag beim Gegenüber weg? Hmmm …

      Erklärt es mir, denn ich verstehe eure Meinung nicht und kann sie auch nicht nachvollziehen. Würde ich aber gerne. Liegt es alleine an dem Namen des Dienstes? Oder an der Tatsache, dass die Nummer/Adresse/Geburtsdatum irgendwo online stehen (und nur ich darauf Zugriff habe)? Es ist ja nicht so als ob durch eine solche Synchronisation die Daten öffentlich wären …

      Kommt es wirklich so weit, dass man eine Datenschutzerklärung abgeben muss, wenn man Nummern austauscht? Und wie ist das dann mit Freunden mit Smartphones, besonders wenn es auch noch Geschäftshandys sind? Da kann man sich doch schon fast sicher sein, dass die Adressbücher irgendwohin synchronisiert werden.

      P.S.: Ihr seid ganz liebe „Panikmacher“ ;-)

  7. Abschließend:

    • Warum steht ihr im normalen, öffentlichen Telefonbuch?
    • Warum ist es dann nicht ok, wenn jemand die selben Daten in sein persönliches Telefonbuch, das alles andere als öffentlich ist, einträgt?
    • Wenn es die Angst vor DENEN ist, weil große Dienste ganz bestimmt Schindluder mit den Accountdaten ihrer Nutzer treiben, während kleine, deutsche Unternehmen oder der eigene Chef, sich ganz bestimmt an Gesetze halten …
    • … warum habt ihr dann nicht das gleiche Problem mit allen anderen Daten wie z.B. Emails, die auch auf Rechnern liegen auf außer euch noch andere (Admin, Hoster, IT-Dienstleister des Arbeitgebers) Zugriff haben
    • Beziehungsweise, warum könnt ihr es verantworten die Daten anderer (wieder z.B. Mails) überhaupt in die Hände anderer zu geben? Man vertraut hierbei, wenn man nicht Ende-zu-Ende verschlüsselt einer Menge Firmen evtl. sehr private Geheimnisse an … oder seht ihr das anders? Und wo ist der Unterschied?

    So, genug übertrieben und polemisiert ;-) Man stürzt sich eben auf das gerade aktuelle Opferkind. Ich hoffe ihr habt allen anderen im Freundkreis ebenfalls bescheid gesagt, dass ihr das nicht gut findet. Alle mit Smartphone sind Synchronisierer, keine Ausnahme.

    1. Ah P.S.: warum ich bei dem Thema ganz wild werde? Weil ich das mindestens so unglaublich finde, wie die Meinung ein Backup nicht bei z.B. Amazon zu hinterlegen, auch wenn es verschlüsselt ist. Weil Amazon eben Amazon ist … deshalb ;-) Irrationale Verschwörungsängste ;-)

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