October 21st 2015!

Welcome Marty McFly!

Zum Abschluss:

Kein Verständnis

James Comey, seit einem Jahr Chef des amerikanischen FBI lässt folgenden Satz in einem Interview entweichen, in dem es über die zukünftig aktivierte Verschlüsselung des kompletten Dateisystems auf Smartphones mit Android (Google) und iOS (Apple) geht:

What concerns me about this is companies marketing something expressly to allow people to place themselves beyond the law.

… und mit Waffen verkaufen fühlt sich das FBI wohl. Amerikaner …

Ausgedachte IP-Adressen für Abmahnungen verwendbar?

Aber selbst wenn die IP-Adressen auf eine illegale Art erlangt worden wären, kann uns das juristisch völlig egal sein.

– Anwalt Urmann / Kanzlei U+C …

Aus einem Interview der Zeit, Seite 2 der Golem.de Veröffentlichung. Der Anwalt sieht nicht das Problem von dem was er da von sich gibt. Das Abmahnsystem mag in vielen Fällen absolut sinnvoll erscheinen, aber in Urheberrechtsfällen, die auf Ermittlung einer IP-Adresse zu einem bestimmten Zeitpunkt basieren, ist das der absolute Horror. Wenn man sich dann das Zitat oben anschaut … nunja, die IP-Adressen könnten auch frei erfunden sein und es wäre völlig egal, weil der Abgemahnte sich nicht dagegen wehren kann.

Im Prinzip steht hier ja Aussage gegen Aussage. Eine Firma behauptet man bzw. der Anschlussinhaber hätte zu Zeit X etwas bestimmtes gemacht, das man in Zukunft bitte unterlassen soll. Anschlussinhaber Y behauptet dem ist nicht so.  Aber der Abmahner hat dabei leider alle Vorteile auf seiner Seite:

  • angeblich wasserdichte Gutachten, die bestätigen, dass ihre Software korrekt arbeitet (sie machen das sicher für jedes kleine Release dieser Software neu, oder?)
  • eine durch den Provider bekannt gegebene Anschrift, die aus einer Zuordnung kommt, die zum Zeitpunkt der Abmahnung nicht mehr nachvollziehbar ist, weil der Provider die Daten nicht so lange speichert. Auch eigene Aufzeichnungen welche IP man wann hatte sind egal, man vertraut einfach darauf, dass die Zuordnung auch korrekt verlaufen ist
  • es ist nicht leicht ein Negativ zu beweisen, weshalb man sich auch extrem schwer tun wird zu beweisen, dass man zum Zeitpunkt X nicht Tat ABC begannen hat, aber anders ist die Behauptung ja nicht zu widerlegen
  • für den Abgemahnten entstehen erst einmal Kosten, wenn man sich wehren wollen würde, die immer höher sind als die Abmahnung selbst

Super Sache also. Statt Aussage gegen Aussage heißt das also Gegengutachten ist nötig und weg mit der Unschuldsvermutung. Mal ganz ehrlich liebe Anwälte da draußen, was ist denn eine IP-Adresse mit einem Zeitstempel – von der abmahnenden Firma selbst ermittelt – überhaupt für ein Beweis? Das ist eigentlich nur eine Behauptung, die es zu beweisen gilt und ohne Zeitmaschine ist das noch nicht möglich, oder?

Zurück zur Überschrift. Es ist also so, dass auch ausgedachte IP-Adressen für eine Abmahnung taugen, so lange ein Gericht den Antrag durchwinkt und der Provider einem dann die Anschrift zukommen lässt. Vollkommen egal, ob man tatsächlich etwas gemacht hat, so lange jemand deine Adresse hat, kann er dich einfach so abmahnen. Warum, liebe Abmahnanwälte, umgeht ihr dann nicht einfach den lästigen Schritt mit dem Provider und schickt nicht einfach gleich Abmahnungen an beliebige Adressen? Wäre doch viel einfacher …

Snapchat und die Milliarden

snapchat

Meldungen wie diese hier sind doch seltsam. Was treibt eine Firma dazu 3 Milliarden Dollar für eine Firma ohne Geschäftsmodell und ohne Umsatz zu bieten? Ist ein Dienst auf dem Bilder mit Verfallszeit – think Mission Impossible – getauscht werden wirklich so viel wert? Bzw. sind die Nutzer es? Denn Facebook könnte das ja sicher in einer Woche nachbauen … ich könnte es … es geht also um die Nutzer. Nutzer, die 350 Millionen Bilder pro Tag verschicken, die beim Gegenüber ein paar Sekunden angezeigt werden und dann für immer gelöscht werden. Und die sind so viel wert?

Hat jemand ein bisschen Kapital für ein paar Terabyte Speicher und Traffic am Tag, möchte mit mir ein deutsches Copycat Produkt bauen und dann an Facebook für einen Schnäppchenpreis von nur 1 Milliarde verkaufen? Dafür würde ich auch eine Woche opfern ;-)

Bankenstreich

Zypern will seinen Bankkunden Geld vom Konto abheben und blockiert dafür erstmal allen elektronischen Zahlungsverkehr um zu verhindern, dass die Leute ihre Konten leerräumen. Das wird nicht gut enden. Hätte ich ein Konto in einem anderen Krisenstaat würde ich das nun sofort leerräumen und dann? Eine Bank ohne Geld ist eine bankrotte Bank!

Ich frage mich wer sich das ausgedacht hat? Für Zypern mag das noch gut gehen, aber alle anderen Banken in anderen Staaten … naja, wir werden sehen was diese Woche so bringt ;-)

Leistungsschutzrecht

Nun hat der Bundestag das Leistungsschutzrecht-Gesetz oder auch Google-Gesetz beschlossen. Ausgenommen davon sollen sein Blogger wie ich, die einfach nur von einem Artikel zitieren auf den sie sich beziehen. Eingeschlossen sind Aggregatoren und Suchmaschinen, die zu gewerblichen Zwecken Textausschnitte darstellen. Überschriften sind weiterhin ok.

Na das ist doch super … ohne Textausschnitt weiß ich bei den Suchergebnissen doch gar nicht, ob ich mir den Artikel ganz antun will. Das ist ja fast wie der Heise RSS-Feed früher oder die Hackernews heute. Gut bei letzteren klappt es ja auch irgendwie, vielleicht klappt das auch bei richtigen Presseerzeugnissen ;-)

Apropos. Wie wird eine Publikation eigentlich ein Presseerzeugnis bzw. wie werde ich Presseverleger? Ist das geschützt? Weil wenn die Presse das für sich in Anspruch nehmen kann, warum dann nicht jede Webseite, die Texte erstellt und bereithält? Blogs, Portale, Foren? Wir wollen alle Geld vom großen Google Imperium! Pronto!

Letzter Entwurf als PDF.

Urheberrechtsgesetz $87f (2):
Ein Presseerzeugnis ist die redaktionell-technische
Festlegung journalistischer Beiträge im Rahmen einer
unter einem Titel auf beliebigen Trägern periodisch ver-
öffentlichten Sammlung, die bei Würdigung der Ge-
samtumstände als überwiegend verlagstypisch anzuse-
hen ist und die nicht überwiegend der Eigenwerbung
dient. Journalistische Beiträge sind insbesondere Artikel
und Abbildungen, die der Informationsvermittlung, Mei-
nungsbildung oder Unterhaltung dienen.

Das ist doch was die meisten Blogger so machen. Wie führen ein Journal – also journalistische Beiträge – und es dient der Unterhaltung oder Meinungsbildung oder Informationsvermittlung. Periodisch erscheinen neue Artikel. Bämm … Google, her mit den Moneten!

Aber was ist mit Absatz 3 in §87g?

Das Recht des Presseverlegers kann nicht zum
Nachteil des Urhebers oder eines Leistungsschutzbe-
rechtigten geltend gemacht werden, dessen Werk oder
nach diesem Gesetz geschützter Schutzgegenstand im
Presseerzeugnis enthalten ist.

Dass Recht ist in diesem Fall der Schutz des Presseerzeugnisses. Wenn also der Spiegel Online über das neue Buch von Hans Maier schreibt und dieser Autor hätte einen Nachteil von dem Schutz, dann geht das nicht? Ich versteh das nicht. Erklärung?

Wie dem auch sei. Ein Gesetz ausschließlich zum Nachteil von Google mit ein wenig Missbrauchspotential. Ich bin gespannt, wann es wieder abgeschafft wird bzw. man von ersten Problemen hört (Google hatte in Belgien ja einfach alle Zeitungen aus dem Index geschmissen als die sich beschwert haben. Sicherlich extrem, aber denkbar.).

5184 hours bug

So etwas gibt es also wirklich … nachdem sich heute mein PC jede Stunde aufgehängt hat und ich allerlei Sachen ausprobiert habe (Memtest, Chkdsk, Daueranzeige vom Systemmonitor auf einem Monitor), habe ich den Bluescreen Fehlercode (F4) mal in Google eingegeben und in einem Forum einen Hinweis auf die SSD, die ich habe gefunden. Bei der M4 Reihe von Crucial scheint es einen Bug zu geben, der die Festplatte nach 5184 Stunden außer Gefecht setzt – der S.M.A.R.T. Betriebszeitzähler läuft über – und nach über einem Jahr könnte es durchaus so weit sein. Daten gehen nicht verloren, sie wird nur nicht mehr vom System gefunden. Und nachdem sie vom Strom getrennt wurde, geht sie wieder.

Das deckte sich auch mit meiner Beobachtung als ich anfangs nur einen Reset gemacht habe und das Bios plötzlich eine andere Festplatte als Bootmedium genommen hat.

Betroffen sind alle Firmware Versionen <= 0009 (sichtbar in der Hardware ID im Gerätemanager von Windows) und es gibt natürlich schon lange ein Update von Crucial (http://www.crucial.com/support/firmware.aspx). Bei so einem Fehler wird man doch kirre ... wäre heute fast durchgedreht und jetzt, nunja, ich hoffe mein Rechner friert nicht mehr ein, dann war es tatsächlich dieser Fehler. Wenn doch, dann hört ihr nochmal von mir. P.S.: SSDs sind so unglaublich günstig geworden. Meine hat vor einem Jahr noch über 160 Euro gekostet und ist jetzt für 88 Euro zu haben. Bei einem Laptop gibt es eigentlich keine Entschuldigung mehr, wenn darin keine SSD steckt. Bei einem PC noch weniger. Der Geschwindigkeitsunterschied ist deutlicher zu spüren als jedes andere Upgrade ;-)