Was ist los mit der Abora 3?

Hab ja schon öfters über das prähistorische Schiff namens Abora 3 und seiner Atlantiküberquerung geschrieben. Beim letzten mal wurde ich scheinbar zumindest teilweise erhört und es gab endlich auch Bilder in deren Tagebuch zu sehen. Zwar immer noch keine regelmäßigeren Updates, aber was soll’s.

Vor ein paar Tagen gab es dann „plötzlich“ nachgereichte Tagebucheinträge von Anfang/Mitte August und heute? Beide Einträge sind gelöscht und stattdessen gibt es ein neues Bild der glücklich aussehenden Crew. Ganz so dürfte es momentan aber wohl nicht sein, denn das Positionsupdate ist abgeschaltet und auf Nachrichtenseiten ist zu lesen, dass ein tagelanger Sturm das Schiff schwer beschädigt hat. Laut den dort zu lesenden Berichten ist das Schiff noch reparierbar und die Besatzung am Leben. Sie wollen es trotzdem noch schaffen … irgendwie.

Nicht schaffen will es aber scheinbar der Mensch, der das Tagebuch aktuell hält. Wieso liest man so etwas (z.B. die Informationen in diesem Interview) erst auf Nachrichtenseiten nachdem es passiert ist? Wie kann es sein, dass jemand, der der Welt etwas beweisen will eine so schlecht aktualisierte Webseite unterhält? Im Jahr 2007? Null Interaktion mit „Fans“ dieser Unternehmung …

P.S.: An alle verwaisten Blogs in meinem Feedreader: das betrifft auch euch, denn unregelmäßige Artikelausstöße (mal 5-10 Artikel auf einmal und dann wochenlang nichts) sind genauso langweilig wie es nervig ist auf Kommentare keine Reaktion zu bekommen.

9 Antworten auf „Was ist los mit der Abora 3?“

  1. Na ja, man hat es ja förmlich kommen sehen, dass das Unternehmen „West-Ossi-Passage“ scheitern würde. Zu amateurhaft waren wohl die Vorbereitungen, wenn man dem Erbauer des „Schiffs“, dem angeheuerten und ausgemusterten Skipper, einem erfahrenen Atlantiksegler, und dem ebenfalls abgesprungenen „Schiffs“-Arzt glauben darf, von der selbstgefälligen, absolut insuffizienten Informationspolitik ganz zu schweigen (so erfährt man ja sogar bis jetzt nichts über das Schicksal der Crew). In dieser Weise führt man eher nicht „das größte Seefahrtsabenteuer nach Thor Heyerdahl“ durch. Letzterer war kein spätpubertierender Phantast, sondern ein ernstzunehmender Wissenschaftler, auch und erst recht ohne GPS. Man sollte etwas ehrfürchtiger mit seinem Namen umgehen.

  2. Wieso hat man das kommen sehen? Läuft doch alles relativ super …

    … Information zur Crew gibt es mittlerweile recht aktuell in ihrem Tagebuch. Schiff scheint repariert worden zu sein und sie fahren weiter, weil sie auf gutes Wetter hoffen.

  3. http://www.abora3.de/deutsch/tagebuch.html

    2.9.07:

    Jetzt ist das Schilfboot vollständig in Stand und Segel gesetzt. […] Keiner denkt ans Aufgeben, vor allem jetzt, nachdem wir wieder fast wie vor dem Vorfall Segeln können. […] Die gute Stimmung unter der internationalen Crew ist weiterhin ungebrochen.

    Auf Google News habe ich nur eine Meldung gefunden … vom 4. September. Das Schilfschiff würde jetzt von einer Yacht mit ZDF Kameraleuten begleitet werden.

    Die moderne Yacht sei groß genug, um auch alle Mitglieder der Abora-Crew und deren Technik aufnehmen zu können, „aber das ist nur die Option für den äußersten Notfall“, so Grünert. Ziel bleibe, dass das Schilfboot zunächst bis zu den Azoren segelt, auch wenn es durch einen starken Sturm in der vergangenen Woche beschädigt worden war (TA berichtete).

    Vorbei?

  4. Ok, nevermind … im dpa Ticker steht’s … 6.9. Experiment abgebrochen. Tja, schade irgendwie. Der nächste der das versucht schafft’s vielleicht … schließlich ist die erste Mondkapsel auch nicht gleich auf dem Mond gelandet ;-)

  5. Hi Sebbi und Horst,
    nun hat die liebe Seele endlich Ruh‘.
    Aus ist es mit der Abora, aber noch lange nicht mit den Phantastereien von Hern Görlitz.
    Denn der, und das ist nicht wirklich eine Überraschung, redet diese Nullnummer mit Ansage so schön, dass man nicht ganz sicher sein kann, ja glaubt er das wirklich alles, was er von sich gibt?
    Mal abgesehen von diesen ausgesprochen selektiven Einträgen im Tagebuch…….so wie dieser Sportlehrer aus Gotha die Sache gegen den Baum organisiert hat, da konnte einfach nichts Besseres rauskommen.
    Der vorgesehene Skipper (W. Burmeister) hat abgemustert, weil er in dieser Funktion ja auch juristisch im Sinne des Seerechts für den Kahn verantwortlich ist.
    Na ja, und da D. Görlitz es mit der Wahrheit auch nicht immer sehr genau nimmt (ich meine die Positionsangaben seiner ersten Irrfahrt auf dem Mittelmeer mit der Abora 1, oder auch den Umstand, dass nicht D. Görlitz die Seitenschwerter erfunden hat. Die wurden nämlich bereits 1992 auf ausdrückliche Bitte von Thor Heyerdahl auf einem Schilfboot eingebaut, ) ….und er ausserdem offensichtlich eine ausgeprägte Allergie auf alle Leute mit Erfahrung hat, wundert es nicht wirklich, dass er sich lieber mit Amateuren umgibt.
    Und wenn das stimmt, was der geplante Bordarzt gesagt hat (kein Geld für die Bordapotheke), na dann gute Nacht.
    Lest mal den letzten Eintrag im Tagebuch…..
    Mann, Mann, Mann……der hat sie wirklich nicht mehr alle………
    Bis zu den Azoren war ja eigentlich der leichtere Teil. Hart wird es erst von da bis ans europäische Festland. Denn erst auf diesem Abschnitt muss ein Boot ständig gegen den Wind kreuzen.
    Übrigens, ich habe mal im Ägyptischen Museeum in Berlin nachgefragt was es auf sich hat mit diesem Kokainspuren an den Mumien. Die haben nur abgewunken (ich war wohl nicht der erste, der da gefragt hat)
    Vor gut 30 Jahren gab es mal so eine Meldung, dass man Kokainspuren gefunden hätte. ABER….nach zehn Jahren waren die Analysemethoden um so viel besser, dass man weiss, es war definitiv kein Kokain.
    Görlitz war damals noch bei seinem Lehrerstudium. Wahrscheinlich hat er es ja deshalb nicht mitgekriegt.

    Schade finde ich es trotzdem. Heyerdahl würde sich wohl im Propellertakt im Grabe umdrehen bei diesem selbsternannten Nachfolger.
    Aber sicher wird sich mal jemand der Sache annehmen, der etwas mehr von Projektmanagement versteht.
    Dass sowas möglich ist, davon bin ich auch ohne Abora 3 überzeugt.
    Und Heyerdahl hätte auch wieder seine Ruh‘
    Gruss,
    Kalle

  6. Hallo, Kalle Lusenbrink!

    Danke für diese Stellungnahme, sie ist mir, wie Du ja sehen konntest, aus der Seele gesprochen, vor allem gefallen mir die Begriffe „Nullnummer mit Ansage“ und „allergie auf alle Leute mit Erfahrung“.

    Ja, schade ist es trotzdem, weil man es ja hätte anders machen können, wie die Fahrt der Tangaroa in vergangenen Jahr gezeigt hat. Ich weiß nicht, ob Ihr das mitbekommen hattet: da waren richtige Profis am Werk, unter ihnen ein Enkel von Thor Heyerdahl (mit einem bin ich befreundet, ich lebe ja hier an der norwegischen Grenze, wo man sich halt kennt). Auf dieser Floßfahrt über den Pazifik wurde nichts dem Zufall überlassen, ganz so, wie dies der alte Heyerdahl getan hätte, da waren auch ausschließlich richtige Sailors an Bord, meist mit mehrfachen Pazifikerfahrungen. Vor allem wurde da nicht im Vorfeld dilettantisch und selbstgefällig rumgequasselt. Als ich die erste Begegnung mit dem Goerlitz-website machte, hätte ich normalerweise den Vorgang sofort in die runde „Ablage“ links unter meinem Schreibtisch verfrachtet, nur passte der Bildschirm da leider nicht rein, wäre auch schade gewesen um das gute Stück, nur wegen eines Sportlehrers.

    Nun denn, die Motivationsgefüge der Einzelindividuen der Gattung homo sapiens „sapiens“ sind oft sehr verworren, gelegentlich aber auch sehr simpel. Mehr möchte ich das nicht vertiefen.

    Vielleicht könnte man Herrn Goerlitz mal darauf aufmerksam machen, dass man auf dem Mond prähistorische Rudimente eines BigMac fand, damit er einen Verein für experimentelle Kosmologie eröffen kann. Ich könnte da schon noch ein paar Zeitgenossen beisteuern :).

    Gruß aus dem immer noch sommerlichen Nordvärmland!
    Horst

  7. Hallo Kalle,

    Horst hat leider beim falschen Artikel seine Antwort auf deinen Kommentar eingefügt. Ich verlinke das hier nur mal kurz: klick.
    hab den Kommentar hier her kopiert …

    Was die Professionalität angeht, vielleicht wollte er auch die Zusammensetzung der Crew möglichst originalgetreu nachstellen? Möglicherweise waren es damals auch keine Profis … aber zumindest glaube ich, dass man bei einem solchen Vorhaben vielleicht mit mehreren Schiffen gesegelt ist, wie es z.B. auch Kolumbus gemacht haben soll. Erhöht die Chance, dass zumindest eine Crew dem Kokain widerstehen kann ;-)

    Grüße

  8. Hallo nochmal,
    eigentlich könnte der Görlitz doch machen was er will.
    Nur nervt es, wenn sich jemand selbst als Wissenschaftler bezeichnet, bei seinen Arbeiten aber gegen jegliche wissenschaftliche Grundregeln verstösst.
    Nur ein kurzes Beispiel:
    Klar wäre es logisch, wenn damals mehrere Schiffe gleichzeitig losgesegelt wären.
    So etwas kann jeder von uns behaupten.
    Als Wissenschaftler muss man doch aber etwas mehr in petto haben, als nur die gute Idee.
    Ich würde zum Beispiel, wenn ich transatlantischen Handel beweisen wollte, vor allem erstmal auf den Azoren alle Inseln nach derlei Spuren abklappern.
    Wäre ja schliesslich recht wahrscheinlich, dass die urzeitlichen Kokainschmuggler auf den Azoren erstmal ’ne Pause machen.
    Die Liste seiner Verfehlungen lässt sich wirklich sehr lange fortsetzen.

    Was mich bei diesem Scharlatan aber wirklich ärgert:….er nassauert letztlich mit den Erfolgen Thor Heyerdahls. Heyerdahl aber hat sich seine Erfolge hart erarbeitet. Er hat seine Theorien, die ja früher mal genauso belächelt wurden, bewiesen. Und zwar mit gelungenen Experimenten.
    Görlitz hat mit Heyerdahl ungefähr soviel zu tun wie ein alter VW-Käfer mit einem 911 Porsche.

    Horst, du hast völlig Recht, so viel Dilletantismus und Selbstgefälligkeit hat Erfolg gar nicht verdient. Nicht einmal ein Schulterklopfen.
    Ich bin mir auch ziemlich sicher, würde sich mal jemand aus dem Umfeld der Heyerdahls etwas genauer mit dem Sportlehrer beschäftigen….es käme wohl ein klares Statement an seine Adresse.

    Mann, genug jetzt aufgeregt. Soviel Aufmerksamkeit hat der ja gar nicht verdient.

    Macht’s gut,
    Kalle

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